Straubing, 8. Februar 2012 – Der Gründungsboom bei Energiegenossenschaften in Bayern hält an. Darauf verwies Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, vor über 1.000 Teilnehmern des genossenschaftlichen Agrartags in Straubing. In Bayern wurden 2011 insgesamt 51 Genossenschaften gegründet. Mit 35 sind dabei gut zwei Drittel im Bereich Energie tätig. Damit erhöhte sich die Zahl der Energiegenossenschaften in Bayern auf 127.
Diese Entwicklung bestärkt Götzl in seiner Position, dass den Energiegenossenschaften bei der Energiewende eine tragende Rolle zukommt. "Mithilfe von Genossenschaften können zwei wesentliche Ziele der Energiewende gleichzeitig erreicht werden: eine dezentrale Energieversorgung und die aktive Beteiligung der Menschen vor Ort." Denn Energiegenossenschaften setzen auf die Zusammenarbeit von Bürgern, Kommunen, Mittelstand und Landwirtschaft.
Insbesondere in der Agrarwirtschaft sieht Götzl große Chancen für das Gelingen der Energiewende. Für ihn ist klar, dass dabei aber zu jeder Zeit die Nahrungsmittelerzeugung im landwirtschaftlichen Produktionsprozess Vorrang hat: "Die Herstellung nachwachsender Rohstoffe darf nicht in Nutzungskonkurrenz zu Lebensmitteln stehen oder zu Nachteilen bei der Bodennutzung führen."
Ungeachtet dessen müssen für Landwirte die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen zur Erzeugung regenerativer Energien vereinfacht werden, so der Verbandspräsident. Hier sei die Politik gefordert: „Die land- und forstwirtschaftliche Energieerzeugung muss demnach auch als land- und forstwirtschaftliche Betätigung steuerlich anerkannt werden.“ Dazu sei es notwendig, dass die Finanzverwaltung von der Gewerblichkeit der Energieerzeugung abrückt. "Damit wäre denen, die den wesentlichsten Beitrag für Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen leisten sollen und können, schnell und effektiv geholfen."