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01.04.2021

Standpunkt Dispozinsen

Deckelung nicht zielführend
Kernforderungen
  • Die Diskussion um die Deckelung von Dispozinsen muss versachlicht werden.
  • Fakten zeigen, keine Deckelung von Dispozinsen notwendig.
Worum geht es?
Qualifizierte Beratung statt Dispo-Deckel:

Kunden, die regelmäßig den Dispokredit in Anspruch nehmen, können Beratungsangebote ihrer Bank wahrnehmen und frühzeitig auf günstigere Ratenkredite umschulden. Spätestens nach sechs Monaten ununterbrochener Inanspruchnahme des Dispokredits muss auch die Bank das persönliche Gespräch mit dem Kunden suchen (§ 504a BGB). Ziel ist auch hier die Umschuldung. Bankkunden, die dennoch wegen vermeintlich zu teurer Dispozinsen ihr Bankkonto wechseln wollen, werden zudem von beiden am Wechsel beteiligten Banken unkompliziert unterstützt. 

Die Diskussion um den Dispo-Deckel versachlichen.

Verbraucherschützer fordern eine Begrenzung der Dispozinsen. Auch Parteien wie die Grünen oder die Linke sprechen sich für einen staatlichen Deckel aus. Der Dispo-Deckel ist ein tiefer Eingriff in die private Vertragsfreiheit, der aus sachlich-fachlicher Sicht nicht gerechtfertigt ist. Die Debatte um den Dispozins braucht mehr Fakten.

Der Dispozins ist kein Ertragsmodell für Banken.

Befürworter eines Dispo-Deckels suggerieren, dass Banken sich am Überziehungskredit bereichern. Allerdings zeigt ein Blick auf die Zahlen, dass der Dispo-Zins im Durchschnitt in den letzten Jahren stetig zurück ging. Zuletzt lag er bei 7,32 Prozent – Tendenz fallend. Einen nennenswerten Ertrag erwirtschaften die Banken mit den Dispozinsen nicht: Privatkunden der bayerischen Kreditgenossenschaften zahlten im Jahr 2020 rund 53 Millionen Euro an Dispozinsen. Bei einem Gesamtzinsertrag in Höhe von fast drei Milliarden Euro entspricht das einem Anteil von nur 1,8 Prozent. 

Der Dispokredit ist kein langfristiges Kreditmodell.

Dispokredite sollen schnell und unkompliziert verfügbar sein. Er dient daher lediglich als kurzfristige, für den Kunden flexible Überbrückung. Aus Bankensicht sind Überziehungen damit jedoch schwer planbar. Außerdem ziehen diese Kredite häufig zusätzliche regulatorische Überwachungspflichten nach sich. Dadurch sind sie kostenintensiver als ein klassischer Kredit. Kunden, die mehr als eine kurze finanzielle Überbrückung benötigen, finden bei ihrer Bank günstige Alternativen. Die Möglichkeit für günstige Ratenkredite oder Stundungen nehmen Kunden auch deutlich häufiger in Anspruch als den Dispokredit. 

Bankkunden haben heutzutage einen transparenten Markt.

Banken müssen sämtliche Gebühren und Konditionen offenlegen. Vergleichsportale listen diese dann vollständig auf. Diese umfassende Transparenz im Markt sorgt dafür, dass Kunden bei zu hohen Dispozinsen einfach wechseln können. Zudem unterstützen die Banken ihren Kunden umfassend beim Kontowechsel. Die kundenseitig geringen Wechselkosten begünstigten den Wettbewerb zwischen den Banken und wirken sich zusätzlich positiv auf die Entwicklung der Dispozinssätze aus.

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