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09.08.2021

Standpunkt Nachhaltiges Finanzwesen

Mittelstand bei der Transformation mitnehmen
Kernforderungen
  • Sustainable-Finance-Strategien harmonisieren
  • Ausreichende Umsetzungsfristen gewährleisten
  • Abgestufte Offenlegungspflichten für Regionalbanken und Mittelstand etablieren
Worum geht es?

Sustainable Finance

Mit einem „Green Deal“ will die EU-Kommission mehr Kapital in den Klimaschutz lenken. Der Finanzsektor soll dabei einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen wie der CO2-Reduktion leisten. Zudem sind Banken und Versicherer gefordert, Risiken aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung (ESG-Risiken) stärker zu berücksichtigen. Anleger sollen nach Wunsch der EU-Kommission vermehrt in nachhaltige Geldanlagen investieren. Die Bundesregierung will Deutschland zum führenden Standort für ein nachhaltiges Finanzwesen machen und hat eine eigene Sustainable-Finance-Strategie erarbeitet.

Harmonisierung der Regeln auf allen Ebenen. 

Die vorhandenen Ansätze zur Messung und Steuerung von Nachhaltigkeit sind bislang schwer vergleichbar und widersprechen sich teils sogar. So sind die beiden wichtigsten Regelwerke, die Offenlegungs- und die Taxonomieverordnung, noch nicht vollständig aufeinander abgestimmt. Um regulatorische Flickenteppiche zu vermeiden, müssen bestehende Sustainable-Finance-Strategien auf Landes-, Bundes- und Europaebene sowie entsprechende Regularien konsistent und sinnvoll aufeinander aufbauen. Außerdem sollten sich die EU-Mitgliedstaaten nicht auf einen Überbietungswettbewerb einlassen. Beispielsweise ist die „Nachhaltigkeitsampel“ für Finanzprodukte, wie sie in der deutschen Sustainable-Finance-Strategie geplant ist, nicht sachgerecht. Nationale Kennzeichen führen zu einer Fragmentierung des Marktes und verwirren Anleger unnötig. Das Ziel muss sein, umfassende globale Normierungen des Nachhaltigkeitsbegriffes zu etablieren. Das schafft Sicherheit und Planbarkeit für Unternehmen, Kreditinstitute und Anleger. 

Ausreichende Umsetzungsfristen gewährleisten.

Statt wie geplant Ende 2021, wird der Gesetzgeber die Taxonomieverordnung erst im zweiten Quartal 2022 finalisieren. Die Zeit, die sich der Gesetzgeber gibt, darf aber nicht zu Lasten der Unternehmen und Kreditinstitute gehen. Aufgrund der Komplexität der neuen Regelungen sind entsprechende Umsetzungsfristen für Unternehmen und Kreditinstitute zwingend notwendig. Nur dann kann sichergestellt werden, dass diese adäquat in die Praxis umgesetzt werden und ihre volle Wirkung entfalten können.

Mittelstandsfreundliche Ausgestaltung sichert eine nachhaltige Transformation.

Wichtig ist, dass alle Unternehmen auf dem Weg der Transformation mitgenommen werden. Daher braucht es die Möglichkeit für Übergangsaktivitäten. Mittelständler stehen in Zukunft bei der Kreditaufnahme vor großen Herausforderungen, da sie umfangreiche Angaben zur Nachhaltigkeit ihres Geschäftsmodells machen müssen. Dazu benötigen einige sogar die Hilfe spezialisierter Berater. Kleine und mittlere Regionalbanken stellen die neuen Offenlegungspflichten bzgl. Nachhaltigkeitsanforderungen vor anspruchsvolle Aufgaben und personelle Herausforderungen, für die bei Großbanken gesamte Abteilungen beschäftigt werden. Praxistaugliche Ausgestaltungen und verhältnismäßige Abstufungen stellen sicher, dass Bankkredite als präferierte Mittelstandsfinanzierung weiterhin möglich sind. 

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