Aktionsplan für nachhaltiges Finanzwesen vorgelegt

EU-Kommission zeigt sich einsichtig

08.03.2018

München, 8. März 2018 – Die EU-Kommission zeigt sich einsichtig und öffnet sich für Kritik an ihren Plänen, klimafreundliche Investitionen bei der Kreditvergabe zu begünstigen. Wie aus dem heute vorgestellten Aktionsplan der Behörde für ein nachhaltiges Finanzwesen hervorgeht, soll zunächst die Tragweite einer solchen Maßnahme abgeschätzt werden. Die Kommission reagiert damit auf kontroverse Diskussionen über einen von ihr angedachten Unterstützungsfaktor, der grüne Projekte bei der Kreditvergabe mit Kapitalerleichterungen bevorzugen würde.

„Die EU-Kommission stellt den fragwürdigen Unterstützungsfaktor unter Prüfungsvorbehalt. Sie zeigt sich damit stabilitätsorientiert und geht einen ersten Schritt in die richtige Richtung“, sagt Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB). Die Kommission erkenne offenbar allmählich, dass nachhaltige Investitionen nicht automatisch mit geringeren Risiken behaftet sind als andere Finanzierungsprojekte. Gros: „Es darf keine Instrumentalisierung der Bankenregulierung für den Klimaschutz geben. Mit einer politisch motivierten Lenkung der Kreditvergabe würde die Grundlage für neue Blasen gelegt. Die Eigenkapitalhinterlegung von Krediten muss sich am Risiko, nicht am CO2-Ausstoß messen lassen. Das sollte die EU-Kommission im Sinne der Finanzstabilität auch in Zukunft berücksichtigen.“