Agrarimpulse 2017

Die Ernährungswirtschaft im Fokus der Gesellschaft

17.01.2017

Anspruchsvolle Verbraucher, Preisdruck im Einzelhandel, viel Regulatorik: Wie sich landwirtschaftliche Lebensmittelproduzenten in diesem Spannungsfeld behaupten können, war Thema bei der Veranstaltung Agrarimpulse 2017 der bayerischen Genossenschaften in Erlangen.

Agrarimpulse 2017: Blick über das Publikum Ernährungswirtschaft im Fokus der Gesellschaft: Um dieses Thema ging es bei den Agrarimpulsen 2017 in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen.



Alexander Büchel, Mitglied des Vorstands des Genossenschaftsverbands Bayern, hob in seiner Begrüßungsrede die Leistungsfähigkeit der bayerischen Land- und Ernährungswirtschaft hervor. „Lebensmittel waren noch nie zuvor so sicher, verfügbar und preisgünstig wie heute“, betonte er vor rund 650 Gästen in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen. Dennoch stehe die Branche oft in der Kritik. Ihr müsse zunehmend der Spagat gelingen zwischen den Vorgaben von Politik und Gesellschaft einerseits und der Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Produkten und Rohstoffen andererseits.

Büchel machte deutlich, dass die bayerische Agrar- und Ernährungswirtschaft den gesellschaftlichen Diskurs nicht scheuen müsse. Kein anderes Bundesland bringe so viele regionale Spezialitäten hervor wie der Freistaat. Die Landwirtschaft sei von bäuerlichen Strukturen getragen und die Ernährungsindustrie mittelständisch geprägt. Büchel: „Auf dieser Grundlage sollten wir uns auch in der in Bayern zunehmend intensiver geführten Diskussion mit den Verbrauchern und der Gesellschaft besinnen.“

Die Situation in der Lebensmittelwirtschaft wird vom intensiven Wettbewerb des Lebensmitteleinzelhandels geprägt. Das machte Thomas Roeb, Professor für Marketing und Handelsbetriebslehre an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, in seinem Vortrag deutlich. So hat sich der Konkurrenzdruck zwischen den dominierenden Unternehmen wie Aldi, Lidl oder Edeka in den vergangenen Jahren verschärft. Das bekommen die Lieferanten, also auch die Agrarwirtschaft, zu spüren.

Dietmar Pech-Lopatta von der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg beleuchtete die Interessen der Verbraucher. Ihre Ansprüche würden immer vielfältiger und bewegten sich zwischen schnellem und einfachem Essen einerseits und Attributen wie Frische und Premium andererseits. Weiterhin sei die heutige Zeit auch von einer Vielzahl von Essenstrends geprägt, erklärte der Konsumforscher.

Wie die Erzeugerseite, also die Landwirtschaft, mit den gesellschaftlichen Erwartungen an die Lebensmittelproduktion umgeht, stellte Jörg Migende, Leiter der Sparte Digital Farming bei der Baywa AG, vor. Er zeigte, wie im modernen Agrarsektor mit ganz nach Bedarf eingesetzten Betriebsmitteln die Erträge und damit die Betriebseinkommen gesteigert werden können. Beim sogenannten Smart Farming unterstützt digitale Technik die landwirtschaftliche Produktion. Das hilft zum Beispiel dabei, nur so viel Pflanzenschutzmittel einzusetzen, wie benötigt wird. Dies wiederum kommt dem gesellschaftlichen Auftrag einer umweltverträglichen Produktion entgegen.


Impressionen der Agrarimpulse 2017