Ambulante Palliativversorgung Nordoberpfalz eG

„Wir springen ein, wenn normale Pflegedienste an ihre Grenzen stoßen“

27.02.2017

Die 2016 gegründete Ambulante Palliativversorgung Nordoberpfalz eG aus Weiden betreut Patienten, die an unheilbaren Krankheiten leiden.



Vorstand Thomas Baldauf (li.) mit Palliativärzten und Krankenpflegern.


Schwerkranken Menschen ein Leben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen: Dieses Ziel hat sich die Ambulante Palliativversorgung Nordoberpfalz eG gesetzt. Seit Oktober 2016 betreut die Genossenschaft aus Weiden Patienten, die an unheilbaren Krankheiten leiden. Folgen können zum Beispiel extreme Schmerzen, Atemnot oder Panikzustände sein. „Wir springen ein, wenn normale Pflegedienste an ihre Grenzen stoßen“, sagt Vorstand Thomas Baldauf.

Das Geschäftsgebiet der eG erstreckt sich über die Stadt Weiden sowie die beiden Landkreise Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth. Gegründet wurde die Genossenschaft von den Kliniken Nordoberpfalz. Die Gesellschaft betreibt mehrere Krankenhäuser in der Region, deren Pflegedienst Baldauf seit 2004 leitet. Er hat beobachtet, dass viele unheilbar kranke Menschen lieber in ihren eigenen vier Wänden betreut werden möchten statt in einem fremden Umfeld. Um dem Wunsch der Patienten zu entsprechen, haben die Kliniken Nordoberpfalz die Genossenschaft ins Leben gerufen und regionale Hilfsorganisationen ins Boot geholt: Die Diakonie, die Malteser, der Förderverein für Schwerkranke sowie die Kreisverbände des Roten Kreuzes in Tirschenreuth und Weiden sind Mitglieder. Für die Rechtsform sprach laut Baldauf vor allem das Recht auf Mitbestimmung: „Alle Mitglieder können gleichberechtigt mitsprechen“, sagt der Vorstand.

Seit ihrer Gründung hat die Genossenschaft rund 100 Patienten betreut. Dazu setzt sie auf je fünf speziell ausgebildete Palliativmediziner und Palliativ Care Pflegekräfte. „Diese haben ein viel breiteres Fachwissen als normale Pflegekräfte“, erklärt Baldauf. Beispielsweise wissen sie besser über Medikamente und Therapiemöglichkeiten Bescheid. Wichtig ist, dass die Patienten mit Angehörigen oder in Pflegeheimen leben, die in Notsituationen einen Arzt rufen können. Ansonsten besuchen die Ärzte und Pflegekräfte, je nach Bedarf, mehrmals täglich ihre Patienten. Die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen.

Verbessert sich  der  Gesundheitszustand  der  Kranken, übernehmen wieder reguläre Pflegeeinrichtungen die Arbeit. Das war bisher rund 15­mal der Fall. Im laufenden Jahr möchte Baldauf mit der Genossenschaft zwei Ziele erreichen: Zum einen sollen noch mehr Patienten von den  Leistungen der eG profitieren. Zum anderen möchte er die Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten ausbauen. Sie sollen mit in die Dienste eingebunden werden. Baldaufs Wunsch: „Wir wollen allen Patienten in der Region ein lückenloses Gesundheitsangebot bieten.“

Der Artikel ist in der Februar-Ausgabe von „Profil – das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen