Anzündhilfen

Verkaufsschlager „Feuerbällchen“

30.10.2015

Die Raiffeisen-Waren GmbH Iller-Roth-Günz hat ein begehrtes Hilfsmittel zum Einheizen in den Wintermonaten entwickelt. Dazu braucht sie nur Holz und Kerzenwachs.

Produktion der Feuerbällchen bei der Raiffeisen-Waren GmbH Iller-Roth-Günz
Bei der Herstellung der Feuerbällchen: Geschäftsführer Erwin Lang (re.) mit Mitarbeitern in der Produktionshalle.


Die Geschichte von Erwin Lang und seinen „Feuerbällchen“ beginnt in einem Gartenhaus in Filzingen im schwäbischen Landkreis Neu­-Ulm. Dort fing der Geschäftsführer der Raiffeisen­-Waren GmbH Iller­-Roth­Günz vor mehr als zehn Jahren zusammen mit seinem Spezl Walter Stöhr an, Anzündhilfen aus Holz und Kerzenwachs herzustellen. Heute werden diese in ganz Deutschland verkauft.

Erwin Lang ist stolz auf seine umweltfreundlichen Grill­ und Ofenanzünder. Es ist nicht übertrieben, ihn als Vater der Feuerbällchen zu bezeichnen, auch wenn er sie nicht erfunden hat. Ein Flüchtling habe die Idee nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Böhmerwald mitgebracht. „Er hat dann diese Anzünder bei uns in der Region in ganz kleinen Mengen von Hand produziert“, berichtet Lang.

„Feuerbällchen“ als Name europaweit geschützt

Die Anzündhilfen wurden in kleinem Stil auch im Raiffeisen­-Markt in Altenstadt verkauft, waren aber wegen der hohen Nachfrage ständig ausverkauft. Schließlich gab der Lieferant die Herstellung um das Jahr 2000 mit 85 Jahren ganz auf. Um die Nachfrage weiter decken zu können, zogen sich Lang und Stöhr 2003 in besagtes Gartenhäuschen zurück und übernahmen die Herstellung der Anzündhilfen selbst. „Dort haben wir auch den Namen Feuerbällchen erfunden, der inzwischen europaweit geschützt ist“, sagt Lang.

Geduldig tüftelten die beiden an der Herstellungsmethode. Schließlich wurde das Häuschen zu klein, und die Produktion zog in eine 300 Quadratmeter große Halle um, die an das Getreidelager der Raiffeisen­Waren GmbH in Altenstadt­Herrenstetten angebaut war. 2013 wurde nochmals erweitert und rund 1 Million Euro in eine vollautomatische Produktionsanlage investiert.

Die sogenannten Holzwollseile aus Fichtenholzspänen kauft die Raiffeisen-­Waren GmbH zu. Geliefert werden sie in Rollen zu je 600 Meter Länge. 20 dieser Holzwollseile laufen gleichzeitig durch ein Tauchbad aus Kerzenwachs. Anschließend werden sie 30 Minuten lang gekühlt, ehe die in Wachs getränkten Seile automatisch in fünf Zentimeter lange Stücke zerschnitten werden. Diese werden dann nochmals in einem Bunker für zwei bis drei Tage gelagert. Von dort aus werden die Feuerbällchen in einer Absackanlage automatisch verpackt und zum Transport bereitgestellt.

Feuerbällchen sind auch bei Amazon erhältlich

Geliefert werden die Anzündhilfen in Packungsgrößen zu 500 Gramm (regulä­rer Preis 3,99 Euro), einem Kilogramm (6,50 Euro) und 2,5 Kilogramm (13,90 Euro). In der Kilo­-Packung befinden sich etwa 80 Feuerbällchen. Erhältlich sind sie in vielen Raiffeisen­-Warenmärkten, in allen Baywa-­Märkten in Bayern sowie bei vielen Baumarkt­-Ketten und Holzhändlern. Bauhaus­-Warenmärkte vertreiben die Feuerbällchen in ganz Deutschland. Und auch beim Internet­-Händler Amazon sind sie erhältlich.

Rund eine Million Kilogramm Feuer­bällchen produziert die Raffeisen­-Waren GmbH in den verschiedenen Verpa­ckungsgrößen pro Jahr. Mit dem Umsatz ist Lang sehr zufrieden. „Wer einmal Feuerbällchen kauft, der kauft sie immer wieder.“ Das zeigen auch die positiven Bewertungen bei Amazon: „Wir bekommen fast immer fünf von fünf Sternen“, sagt Lang.



Weitere Informationen

Feuerbällchen auf der Webseite der Raiffeisen-Waren GmbH Iller-Roth-Günz