„Aus der Kraft der Genossenschaft heraus die Lebensqualität verbessern“

23.10.2018

Vom klassischen Stromversorger zu einem Vollanbieter in Sachen Energie und Infrastruktur: Die Entwicklung der Unterfränkischen Überlandzentrale (ÜZ) ist eine Erfolgsgeschichte. Nun hat sich die Genossenschaft einen neuen Namen verpasst – aus ÜZ Lülsfeld wird ÜZ Mainfranken. Im Interview erklärt Gerd Bock, Geschäftsführender Vorstand, die Gründe für den Namenswechsel, welche Kraft er aus der genossenschaftlichen Unternehmensform schöpft und was es mit dem Motto „Heimat trifft Fortschritt“ auf sich hat.


Im Interview sprach Gerd Bock, Geschäftsführender Vorstand der Unterfränkischen Überlandzentrale eG, über den neuen Markennamen "ÜZ Mainfranken".

Herr Bock, warum haben Sie sich einen neuen Markennamen gegeben und was haben Sie unternommen, damit Mitglieder und Kunden die ÜZ unter dem neuen Namen wiedererkennen?

Gerd Bock: Wenn wir uns heute das Vertriebsgebiet der ÜZ ansehen, stellen wir fest, dass es nahezu deckungsgleich mit den Grenzen Mainfrankens ist. In einer Kundenbefragung kamen wir außerdem zu dem Ergebnis, dass für viele Kunden, die nicht aus Lülsfeld oder der direkten Umgebung stammen, der Zusatz Lülsfeld nicht aussagekräftig ist. Die ÜZ hat mittlerweile viele Kunden außerhalb dieser Region. Da die meisten uns als die ÜZ kennen oder auch davon sprechen, dass „die ÜZler“ zu einem Termin kommen, war die Änderung des Markennamens kein Problem. Für Neukunden sind wir damit definitiv klarer zu verorten.

Was verbirgt sich hinter dem neuen Leitspruch „Heimat trifft Fortschritt“?

Bock: Auf den ersten Blick mag die Wortkombination ‚Heimat trifft Fortschritt‘ wie ein Gegensatz klingen. Zwei nicht vereinbare Dinge - die vermeintlich altbackene Heimat und der dynamische Fortschritt. Aber der Begriff Heimat richtet die Aufmerksamkeit auf das tatsächlich Wichtige, und das ist das Leben vor Ort. Für eine ländliche Region mit kleinen Dörfern und Städten gilt: Wenn die Lebensqualität einer Region hochgehalten und fortentwickelt wird, dann ergibt sich eine starke Bindung und Anziehungskraft besonders für junge Familien. Und deren Kinder werden die Zukunft der Region gestalten, wenn damit ein permanenter Fortschritt einhergeht. Und wenn man genauer hinsieht, ist es genau das, was die ÜZ heute tut und zukünftig verstärkt anbieten möchte. Wir verbinden unsere Heimat mit Fortschritt.

Half die genossenschaftliche Unternehmensform beim Wachstum der ÜZ Mainfranken?

Bock: Ein Blick auf unsere über 100-jährige Unternehmensgeschichte zeigt, dass der ÜZ schon seit der Gründung daran gelegen war, aus der Kraft der Genossenschaft heraus die Lebensqualität in ihrer Heimat zu verbessern. Nur die Ziele haben sich etwas verändert: Während es zu Beginn darum ging, durch die Versorgung mit Elektrizität gleiche Lebensbedingungen zwischen Stadt und Land zu schaffen, bauen wir heute Glasfasernetze aus, um eine gleichwertige Abdeckung mit Breitbandinternet zu gewährleisten.

Welchen Herausforderungen muss sich die ÜZ Mainfranken künftig stellen?  


Bock: Für die Zukunft ist die ÜZ sehr gut gerüstet. Unsere Kunden nutzen neben der Belieferung mit Strom diverse Dienstleistungen von uns, wie die grafische Datenverarbeitung, die Betriebsführung von elektrischen Anlagen sowie den Bau und Betrieb von Elektromobilitäts-Ladestationen sowie Glasfasernetzen. Außerdem hat die Genossenschaft in ihrer Vorreiterrolle regenerative Stromerzeugungsanlagen in der Region gebaut und betreibt diese immer auch in der Form der Bürgerbeteiligung. Wir müssen uns also nicht neu erfinden. Ganz im Gegenteil: Wir konzentrieren uns darauf, was uns ausmacht und wie wir uns von anderen unterscheiden. Und genau darauf wollen wir in Zukunft noch mehr Wert legen.

Vielen Dank für das Gespräch.