Ausbildung bei Volksbanken Raiffeisenbanken

Warum Azubis bei Bayerns Kreditgenossenschaften lernen

25.08.2017

Eine Banklehre ist einer der Klassiker unter den Ausbildungsberufen. Allein bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Bayern starten im kommenden Ausbildungsjahr wieder einige hundert Jugendliche als Bankkaufmann oder Bankkauffrau ins Berufsleben. Doch warum entscheiden sich die jungen Leute für diesen Weg? Vier Nachwuchskräfte berichten.


„Auf kommende Aufgaben bestens vorbereitet“


Jan Bäckerbaur

Jan Bäckerbauer (20), VR-Bank Schweinfurt

„Meine Ausbildung bei der VR-Bank Schweinfurt begann 2015 und hat nur zwei Jahre gedauert, da ich als Abiturient das Angebot einer verkürzten Lehre nutzen konnte. Aus diesem Grund musste ich auch nicht zur Berufsschule; stattdessen haben mich die Intensivkurse der ABG sehr gut auf die Abschlussprüfungen der IHK vorbereitet.

Da ich vorher kein Praktikum gemacht hatte, besaß ich anfangs noch keine genaue Vorstellung was mich erwarten wird. Wichtig war mir, alle Bereiche des Kreditinstituts kennenzulernen und viel im Kundenkontakt arbeiten zu können. Diese Erwartungen wurden erfüllt und ich erhielt einen umfassenden Einblick.

Nach der Lehre bin ich von der VR-Bank Schweinfurt übernommen worden. Derzeit bin ich noch im Service-Bereich eingesetzt; langfristig möchte ich allerdings in die Privatkundenberatung wechseln, da mir dies schon während der Ausbildung am meisten Spaß gemacht hat. Ich hatte die Möglichkeit, vielen Gesprächen beizuwohnen und diese zum Teil auch eigenständig führen zu dürfen, um Erfahrungen zu sammeln.

Generell habe ich die Ausbildung als sehr kurzweilig und interessant empfunden. Von den Kollegen wurde man von Anfang an super aufgenommen und immer unterstützt. Auf die kommenden Aufgaben fühle ich mich bestens vorbereitet. Wenn Sie mich fragen, ob ich die Bankausbildung weiterempfehlen kann – ich würde dies jederzeit tun.“

„Auf die Zeit blicke ich sehr positiv zurück“


Philomena Nass

Philomena Naß (21), Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen

„In den Monaten vor dem Abitur habe ich lange überlegt, was ich später machen möchte. Um mir einen Eindruck der verschiedenen Arbeitgeber zu verschaffen, bin ich im November 2013 auf eine Ausbildungsmesse in Gunzenhausen gegangen. Dort hat mir Katharina Saalbaum, Mitarbeiterin im Bereich Personal bei der Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen, das VR-Verbundstudium vorgestellt.

Die Kombination aus Ausbildung und Studium hat mich angesprochen, da ich studieren, aber auch Einblicke in den Berufsalltag sammeln wollte. Im Anschluss habe ich mich erfolgreich beworben und 2014 die Ausbildung angefangen. Auf die Zeit blicke ich sehr positiv zurück, da ich alle Bereiche in der Bank kennenlernen durfte. Das hat mir sehr bei der Entscheidung geholfen, wo ich später arbeiten möchte. Ich habe mich sowohl in der Beratung als auch in den internen Abteilungen immer sehr wohl gefühlt.

Besonders haben mir dabei die Aufgaben im Controlling und Marketing gefallen. Dazu gehörten beispielsweise die Erstellung des Vertriebsberichts und die Organisation von Bankveranstaltungen. Wenn ich im Oktober meine Schwerpunkte für das Studium wähle, werden diese Themenfelder wohl auf meiner Liste stehen. In der Bank werde ich dann sowohl in den Semesterferien als auch in den vorlesungsfreien Zeiten arbeiten.“

„Von Mitarbeitern gut aufgenommen und als vollwertiges Mitglied behandelt“


Monika Schober

Monika Schober (21), Raiffeisenbank Neumarkt i. d. Oberpfalz

„Erste Einblicke in den Bankalltag konnte ich im Rahmen eines Schülerpraktikums 2011 sammeln. An diese Zeit habe ich zurückgedacht, als es dann um meine berufliche Zukunft nach dem Abitur ging: Ich wollte gerne in die Bank, aber auch studieren. Um beides zu kombinieren, habe ich mich für das VR-Verbundstudium bei der Raiffeisenbank Neumarkt i.d. Oberpfalz beworben und 2014 begonnen.

Durch das Praktikum hatte ich eine gewisse Vorstellung, was mich in der Bank erwartet. Aber natürlich bekommt man dort nicht so intensiv mit, was alles hinter der Beratung abläuft. In der Ausbildung habe ich dann jede Abteilung kennengelernt. Besonders toll war, dass mich die Mitarbeiter gut aufgenommen und mich als vollwertiges Mitglied behandelt haben. Ich habe direkt Verantwortung übertragen bekommen.

Obwohl ich in der Lehre auch gerne an der Beratung der Privat- und Firmenkunden teilgenommen habe, möchte ich später in die internen Bereiche wechseln. Ich habe enormen Spaß im Umgang mit Zahlen und keine Scheu vor Gesetzestexten. Beispielsweise hatte ich an der Hochschule Kurse über Buchführung und Bilanzierung. Als ich im Anschluss wieder in der Bank tätig war, konnte ich das erlernte Wissen im Rechnungswesen und im Controlling direkt anwenden.“

„In der Firmenkundenbank habe ich die richtige Position für mich gefunden“


Ludwig Mayr

Ludwig Mayr (21), VR-Bank Werdenfels

„Ich bin seit Anfang des Jahres Gewerbekundenberater bei der VR-Bank Werdenfels in der Geschäftsstelle Penzberg. Dort betreue ich Engagements bis circa 300.000 Euro Aktivvolumen. Vorher war ich zwei Jahre als Service- und Privatkundenberater tätig. In der Firmenkundenbank habe ich die richtige Position für mich gefunden. Dazu hat die Ausbildung entscheidend beigetragen, die ich zwischen 2012 und 2015 ebenfalls in der VR-Bank Werdenfels absolviert habe.

In der Ausbildung habe ich jede Abteilung kennengelernt und schnell den Entschluss gefasst, dass der Vertrieb das Richtige für mich ist. Ich schätze den direkten Kontakt zu den Kunden und entwickle gerne mit ihnen zusammen die beste Finanzierungslösung. Meine heutige Tätigkeit erfordert viel Spezialwissen, das man so breit natürlich nicht in der Ausbildung erhält, und Erfahrung. Dafür ist es von Vorteil, aus jedem Bereich die Grundlagen zu kennen. Beispielsweise kann ich gut nachvollziehen, was die Kollegen in der Wertpapierberatung fordert.

Insgesamt hat mich die Ausbildung sehr gut auf meine jetzigen Aufgaben vorbereitet. Ein kleiner Impuls: Ich hätte gerne mehr über die betriebswirtschaftliche Auswertung gelernt. Das wurde in der Ausbildung nicht vermittelt, hätte mir aber geholfen.“