Bayerische Volksbanken und Raiffeisenbanken: Kreditnachfrage der Privathaushalte auf Mehrjahreshoch

31.08.2015

München, 31. August 2015 – Die Kreditnachfrage von Privatkunden ist weiterhin hoch. Das zeigen die Geschäftszahlen der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Bayern. So stiegen in der ersten Jahreshälfte die Ausleihungen an Privathaushalte um 720 Millionen auf 41,8 Milliarden Euro. Mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent wurde die Halbjahresentwicklung des Vorjahres (1,4 Prozent) klar übertroffen.

„Die Verbraucher profitieren von der guten Wirtschaftslage und den niedrigen Zinsen. Sie erfüllen sich Wünsche – etwa den Traum vom Eigenheim“, berichtet Jürgen Gros, Vorstand des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB). „Gleichzeitig lässt sich die Dynamik im ersten Halbjahr aber auch mit dem moderaten, aber überraschenden Anstieg der Langfristzinsen erklären.“ Dieser habe insbesondere Immobilienkäufer dazu veranlasst, aus Sorge vor weiteren Zinssprüngen eine Finanzierung zu den aktuell günstigen Konditionen abzuschließen.

Mit langfristigen Zinsbindungen sichern sich insbesondere Häuslebauer gegen das Risiko steigender Zinsen ab. „Die Kreditvergabe und das Management von Zinsrisiken zählen zur Kernkompetenz der Volksbanken und Raiffeisenbanken“, so Gros. Voraussetzung für das Angebot langfristiger Finanzierungen sei allerdings, dass sich auch die Kreditgeber auf eine Laufzeit des Kredits bis zum Vertragsende verlassen könnten. Deshalb werde für den Fall einer vorzeitigen Kündigung durch den Kreditnehmer eine Vorfälligkeitsentschädigung vereinbart.

„Es ist gut, dass die Bundesregierung dieser bewährten Kreditkultur bei der anstehenden Neuregelung der Wohnimmobilienfinanzierung gerecht werden will“, betont Gros. Wichtig sei nun, dass der Gesetzentwurf der Regierung auch vom Parlament unterstützt werde. „Es gibt keinen Grund, vom Prinzip der Vorfälligkeitsentschädigung abzuweichen“, hält der GVB-Vorstand fest.