Begrenzung von Zinsänderungsrisiken

Ein unnötiger doppelter Boden

02.09.2014

Banken, die kurzfristige Einlagen annehmen, haben immer das Risiko von Zinsänderungen. Der Baseler Ausschuss plant dafür zusätzliche Eigenkapitalanforderungen. Das würde das bewährte Geschäftsmodell von Regionalbanken erheblich beeinträchtigen.


Zinsänderungsrisiken sind von den bisherigen regulatorischen Vorschriften bereits ausreichend abgedeckt. Zinsänderungsrisiken sind von den bisherigen regulatorischen Vorschriften bereits ausreichend abgedeckt.



Zu den wichtigsten Aufgaben einer Bank gehört aus volkswirtschaftlicher Sicht die Fristentransformation: Ein Kreditinstitut nimmt kurzfristige Einlagen an, zum Beispiel von Sparern, und vergibt sie langfristig, zum Beispiel für einen Kredit an ein Unternehmen. Dabei besteht jedoch immer das Risiko, dass sich die Zinsen ändern. Das kann den Ertrag der Bank schmälern oder zu Verlusten führen. Um solchen Gefahren vorzubeugen, müssen Banken die Zinsänderungsrisiken mittels einer so genannten Risikotragfähigkeitsberechnung überwachen. So sieht es das Kreditwesengesetz vor.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht plant nun, diese Zinsänderungsrisiken zusätzlich in die erste Säule der Vorschriften von Basel  III einzubinden. Diese Säule beschreibt die Anforderungen an eine Bank, was die Versorgung mit Eigenmitteln betrifft. Müssten Banken bei diesen regulatorischen Vorgaben die Zinsänderungsrisiken berücksichtigen, wären sie gezwungen, zur Deckung ihr Eigenkapital deutlich aufzustocken. Das wiederum würde das Kreditangebot von Regionalbanken, die sich auf die Hereinnahme von Einlagen und die Ausgabe von Krediten fokussieren, erheblich beeinträchtigen. Letztlich wäre das zum Nachteil der Kunden, die Darlehen nachfragen.

Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) setzt sich deshalb dafür ein, die bisherige Regulierung beizubehalten, nach der den Zinsänderungsrisiken ausreichend Rechnung getragen wird. Ein unnötiger doppelter Boden ist zu vermeiden, da es die Kredite für Unternehmen und private Kunden verteuert.



Mit dem Thema Zinsänderungsrisiken befasst sich GVB-Vorstand Alexander Büchel ausführlich in der September-Ausgabe von "Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt".