Berater der Raiffeisenbank Roth-Schwabach im Unterricht

Von der Bank in die Schule und zurück

27.01.2017

Die Raiffeisenbank Roth-Schwabach schickt junge Bankberater in Schulen. Sie helfen den Lehrern, Finanzthemen und den Umgang mit Geld zu vermitteln. Eine „Raiffeisen-Lehrerin“ berichtet von ihren Erfahrungen.

Die Raiffeisenbank Roth-Schwabach schickt junge Bankberater in Schulen. Sie helfen den Lehrern, Finanzthemen und den Umgang mit Beld neutral zu vermitteln. Foto: picture alliance/Ikon Images

Zweite Stunde in der Klasse 6b der Anton-Seitz-Mittelschule in Roth. Lehrerin Kristina Demchenko teilt ein Arbeitsblatt aus. Die Schüler lesen es durch, stecken die Köpfe zusammen und fangen an, miteinander zu tuscheln. Thema ist nicht etwa Mathematik, Deutsch oder Erdkunde, sondern Taschengeldplanung. Denn Kristina Demchenko ist eine besondere Lehrerin: Sie ist „Raiffeisen-Lehrerin“ und unterrichtet Fächer wie „Funktion des Geldes“ oder „Bausparen“.

An rund 15 Tagen pro Jahr schlüpfen die Bankkauffrau der Raiffeisenbank Roth-Schwabach und ihre Kollegen Max Hinterleitner und Alexander Stitz in die Pauker-Rolle. Sie unterstützen die „normalen“ Lehrer dabei, grundlegende Finanzkenntnisse zu vermitteln. „Wir wollen den Schülern auf Augenhöhe praktisches Wissen vermitteln und sie auf ihr späteres Privat- und Berufsleben vorbereiten“, sagt Demchenko.

Didaktisch ist die 22-Jährige dabei auf dem neuesten Stand: Die Raiffeisen-Lehrer arbeiten mit Partnerinterviews, Multimedia-Präsentationen, Quizspielen oder Arbeitsblättern. Das Konzept und die Materialien dafür stellt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken unter anderem auf dem Onlineportal „Jugend und Finanzen“ bereit. Dieses erhielt 2016 zum fünften Mal in Folge das Comenius-Edu-Media-Siegel für hochwertige Bildungsangebote.

Zusammenarbeit mit den Schulen


Die Raiffeisenbank Roth-Schwabach schult ihre Lehrer zudem in Seminaren und Coachings, um ihnen die nötigen pädagogischen Kompetenzen mitzugeben. Für das Programm bewerben können sich nur junge Bankkaufleute: „Unsere Raiffeisen-Lehrer sollen einen Draht zu den Jugendlichen haben und wissen, was sie umtreibt“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Erwin Grassl.

Das Projekt geht im laufenden Schuljahr bereits in die dritte Runde. Die Bank spricht aktiv Schulen an. Besteht Interesse, erarbeiten beide Seiten gemeinsam einen Plan, wann und wie welche Themen im Unterricht behandelt werden sollen.

Was gefragt ist, hängt mit der Schulform zusammen, berichtet Demchenko. In Gymnasien seien beispielsweise eher fachliche Themen wie die Funktionsweise und die Aufgaben der Europäischen Zentralbank gefragt, während in Realschulen eher praktische Themen wie Gründe für Verschuldung und richtiges Sparen im Fokus stehen. Dabei lässt sie die Schüler beispielsweise in Teams auf Wandplakaten Pläne entwerfen, wie eine fiktive Klassenkameradin ihre Schulden los wird. Am Ende der Stunde gibt es dann noch ein Wissensquiz mit Süßigkeiten. „Das kommt immer super an“, sagt Demchenko.

Die Resonanz auf das Angebot der Kreditgenossenschaft ist positiv. „Die Lehrer empfinden unseren Beitrag als Bereicherung, die Schüler als angenehme Abwechslung“, sagt die Bankmitarbeiterin. Vorstand Grassl ergänzt: „Die Schule meiner Tochter hat unsere Raiffeisen-Lehrer in einem Elternbrief sehr gelobt. Das ist ein wertvoller Imagegewinn.


Kristina Demchenko und Erwin Grassl


Werbung verboten


Der ist durchaus gewollt. Die Bank hatte sich vor einigen Jahren die Frage gestellt: Wie gewinnen wir Schüler als Auszubildende oder Kunden? Eine Antwort darauf waren die Raiffeisen-Lehrer. Die machen im Unterricht jedoch keine Werbung für die Bank und ihre Produkte, sondern liefern neutrale Unterstützung und Informationen. Sie sollen allein durch ihre Persönlichkeit überzeugen und genossenschaftliche Werte repräsentieren. Werbung habe in Schulen nichts verloren, betont Vorstand Grassl.

Diese Herangehensweise zahlt sich aus: Die Bank verzeichnet einen Anstieg von Praktikumsanfragen und Bewerbungen von Schülern, die von Raiffeisen-Lehrern unterrichtet wurden. Und auch Kristina Demchenko profitiert von der Zeit in der Schule: „Durch die anspruchsvollen Unterrichtsstunden mit den Kindern und Jugendlichen entwickle ich mich auch persönlich weiter. Und der Unterricht ist nicht zuletzt auch Abwechslung vom Alltag.“

Der Artikel ist in der Januar-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt" erschienen.