Beratungsbedarf der Verbraucher bei niedrigen Zinsen ist hoch

01.07.2013

Die Vorteile des genossenschaftlichen Beratungsmodells erhalten

Das Niedrigzinsumfeld gefährdet mittelfristig die private Altersvorsorge in Deutschland. Entweder bleiben die Verbraucher in ihrer Anlagestrategie unentschlossen und schaffen mit kurzfristigen Einlagen nicht einmal den Werterhalt, oder sie entscheiden sich in der Hoffnung auf höhere Renditen für riskante Finanzprodukte. Zur Vermeidung dieses Dilemmas trägt vor allem die Finanzberatung der Banken bei. Insbesondere die Volksbanken und Raiffeisenbanken bieten ihren Kunden eine ganzheitliche Beratung an. Die darauf basierende individuelle Anlageempfehlung berücksichtigt die persönliche Lebenssituation, die Vermögensverhältnisse, das Anlageziel sowie eine ausreichende Diversifikation.

Für den Kunden vorteilhaft ist bei dieser Art der Beratung, dass sie erfolgs- bzw. betragsabhängig vergütet wird. Bis zur Anlageentscheidung wird die Leistung von der Bank kostenlos erbracht. Jeder Verbraucher kann sich also unabhängig von seinem Vermögenshintergrund gratis über Anlageformen, Finanzprodukte und Preise informieren sowie zwischen unterschiedlichen Wettbewerbern vergleichen. Nur bei erfolgreichem Vertragsschluss entstehen Kosten, deren Höhe vom jeweiligen Anlagevolumen abhängen. Verbraucher, die große Vermögen anlegen, zahlen deswegen eine höhere Gebühr als Kunden, die kleine Investitionen tätigen.

Die volkswirtschaftliche Funktion der Bankberatung insbesondere beim Aufbau und der Verbesserung der privaten Altersvorsorge wurde nun auch von den europäischen Finanzministern (ECOFIN) erkannt. Im Rahmen der Beratungen der EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II haben sie sich auf einen vereinfachten Ausweis der Kosten von Wertpapiergeschäften verständigt. Ein geringerer Detaillierungsgrad reduziert den bürokratischen Aufwand und erhöht die Verständlichkeit der Abrechnung. Schließlich ist aufgrund der Produktvielfalt, schwankender Börsenkurse und ungewisser zukünftiger Renditen die exakte Bezifferung möglicher Kosten in der Praxis nahezu unmöglich. Grundsätzlich ist die Angabe des prozentualen Verhältnisses von Gebühren zu Anlagebetrag für den Kunden wesentlich aussagekräftiger und nachvollziehbarer. Im Rahmen der Trilogverhandlungen sollten im Interesse der Verbraucher und Banken einfache und pragmatische Vorgaben für die Kostentransparenz im Wertpapiergeschäft vereinbart werden.