Bilanzpressekonferenz 2014

Solides Geschäftsjahr 2013 bei Bayerns VR-Banken

06.03.2014

Die 287 bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken erzielten 2013 ein respektables Geschäftsergebnis. Das machte GVB-Präsident Stephan Götzl in seiner Rede während der Bilanzpressekonferenz deutlich. In allen wesentlichen wirtschaftlichen Kennzahlen verzeichneten die Kreditgenossenschaften eine erfreuliche Entwicklung. Mit Sorge sieht Götzl aber die Auswirkungen der vielen Regulierungsmaßnahmen vor allem aus Brüssel.



Stephan Götzl während der Bilanzpressekonferenz 2014 der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Stephan Götzl während der Bilanzpressekonferenz der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Anstieg bei Ausleihungen und Kundengeldern

Mit Blick auf die positive Geschäftsentwicklung resümierte Götzl: „Unsere stabile Ertragslage auf hohem Niveau, die Kostenreduktionen der letzten Jahre sowie robuste Marktanteile im Einlagen- und gewachsene Marktanteile im Kreditgeschäft zeigen in der Summe: Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken stehen auf einem soliden Fundament.“


GVB-Präsident Stephan Götzl machte deutlich: „Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken operieren aus einer Position der Stärke heraus."


Die Ausleihungen stiegen bei den Genossenschaftsbanken in Bayern um 5,2 Prozent auf 79,5 Milliarden Euro. Damit erzielten sie bereits das vierte Jahr in Folge ein Kreditwachstum von über 5,0 Prozent. Besonders stark wuchs dabei die Nachfrage nach Krediten bei inländischen Firmenkunden.

Auch bei den Kundengeldern konnten die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 106,2 Milliarden Euro zulegen. Die positive Entwicklung der Kundengelder hält damit seit über einem Jahrzehnt an.

Kontinuierliches Wachstum und stabiler Ertrag

Die bayerischen Genossenschaftsbanken bleiben weiter auf dem Wachstumspfad. Die Bilanzsumme legte um 2,5 Prozent auf 136,2 Milliarden Euro zu. Stabil zeigten sich die Erträge der bayerischen Genossenschaftsbanken. Das bereinigte Ergebnis vor Ertragssteuern liegt bei 1,01 Prozent der dBS (1,4 Milliarden Euro). Dadurch können die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken ihre Eigenkapitalbasis nochmals stärken.

Poster


















Zahlen und Fakten zur Geschäftsentwicklung der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken 2013.


Gute Geschäftserwartungen für 2014

Die respektablen Geschäftszahlen sorgen für gute Stimmung unter den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Diese wird auch 2014 anhalten. Das bestätigen die Ergebnisse der jüngsten GVB-Konjunkturumfrage. Danach schätzten knapp 99 Prozent der Kreditgenossenschaften ihre aktuelle Geschäftslage als ›gut‹ oder ›befriedigend‹ ein. Zuversichtlich zeigten sich die Institute zudem bei der Geschäftserwartung. So wird insbesondere im Firmenkundenbereich mit einer anziehenden Kreditnachfrage gerechnet.

Faire Regulierung notwendig

Mit Sorge blickt der GVB-Präsident aber auf die Auswirkungen der vielen Regulierungsmaßnahmen, die bereits umgesetzt oder noch geplant sind. Klar positionierte er sich mit Blick auf eine drohende europäische Bankenabgabe: „Wir brauchen eine angemessene und faire Lastenverteilung zwischen Regionalbanken und internationalen Großbanken.“ Deshalb schlägt der GVB eine Freigrenze vor, um die EU-Bankenabgabe risikoadäquat auszugestalten. Konkret fordert Götzl, alle Kreditinstitute, deren Bemessungsgrundlage (Verbindlichkeiten abzüglich Eigenmittel und gedeckter Einlagen) einen Schwellenwert von einer Milliarde Euro nicht überschreiten, von den Beitragszahlungen zur EU-Abgabe auszunehmen.

Anlass für Kritik gibt auch die Ausgestaltung der künftigen europäischen Bankenaufsicht. Denn die EZB will nicht nur die Aufsicht über die 130 wichtigsten Banken in Europa übernehmen. Sie gesteht sich auch bei den 6.600 kleineren Banken erhebliche Eingriffsmöglichkeiten zu. Der GVB-Präsident fordert, dass die originäre Aufsichtskompetenz über Regionalbanken in Deutschland bei den nationalen Behörden – Deutsche Bundesbank und BaFin – verbleiben. Mit Verweis auf den Koalitionsvertrag erwartet er deshalb von der Bundesregierung, der Regulierungsexpansion der EZB nicht tatenlos zuzusehen.

GVB-Präsident Stephan Götzl zeigt, mit welcher Regulierungslast die Banken konfrontiert sind.

GVB-Präsident Stephan Götzl zeigt, mit welcher Regulierungslast die Banken konfrontiert sind. Die 38 Ordner im Hintergrund enthalten rund 18.000 Seiten an Arbeitsanweisungen.


Der GVB-Präsident zeigte abschließend auf, welche Auswirkungen Regulierung in der Praxis für die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken hat. Er verwies dabei auf die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie: Demnach belaufen sich die direkten Regulierungskosten für die deutschen Kreditinstitute auf etwa 2 Milliarden Euro pro Jahr.



Weitere Informationen zum Thema Finanzmarktregulierung finden Sie in der März-Ausgabe 2014 von „Profil – das bayerische Genossenschaftsblatt“.

Titel der März-Ausgabe von Regulierungswirrwarr: Der Finanzsektor gehört zu den am stärksten regulierten Bereichen der Wirtschaft. Doch scheint es, dass Aufsicht und Politik zunehmend das nötige Augenmaß vermissen lassen: So werden lokal verortete Regionalbanken demselben Überwachungsregime wie internationale Großbanken unterworfen. Die Folgen tragen Verbraucher, Firmenkunden und Institute gleichermaßen.