Bilanzpressekonferenz 2015

Bayerns Volksbanken und Raiffeisenbanken wachsen und stärken ihre Eigenkapitalbasis

04.03.2015

Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken haben 2014 im Kredit- und Einlagengeschäft zugelegt. Gleichzeitig stärkten sie ihre solide Kapitalbasis. Das gab Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), auf der Bilanzpressekonferenz bekannt.


Stephan Götzl bei der Bilanzpressekonferenz 2015
Bilanzpressekonferenz: GVB-Präsident Stephan Götzl präsentiert die Zahlen der bayerischen Volksbanken und Raiffeisebanken für das Geschäftsjahr 2014.


Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken sind auch im Geschäftsjahr 2014 gewachsen: Ihre Bilanzsumme hat sich um 3,5 Prozent, also 4,8 Milliarden Euro, auf 141,0 Milliarden Euro erhöht.

Die Ausleihungen stiegen um 4,5 Prozent und damit um 3,6 Milliarden Euro auf 83,1 Milliarden Euro. Dabei legte die Kreditvergabe an Firmenkunden um 4,8 Prozent zu und stieg von 1,8 Milliarden Euro auf 39,3 Milliarden Euro. Aber auch die Privatkunden fragten mehr Kredite nach: Hier nahmen die Ausleihungen bayernweit um 4,1 Prozent zu, was einen Anstieg um 1,6 Milliarden Euro auf 41,0 Milliarden Euro bedeutet.

Die Kundengelder entwickelten sich ebenfalls positiv: Im Jahresverlauf stiegen sie um 3,5 Prozent, also 3,7 Milliarden Euro an. Insgesamt haben die Kunden den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken zum Jahresende 109,9 Milliarden Euro anvertraut.


Video: Bilanzpressekonferenz 2015 (zum Abspielen bitte auf das Bild klicken)



Die Betriebskosten konnten um 4 Basispunkte auf 1,86 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (2,6 Milliarden Euro) gesenkt werden. Unter dem Strich hat sich die Aufwand/Ertragrelation auf 62,4 Prozent verbessert. Insgesamt führten eine rückläufige Zinsspanne, sinkende Kosten sowie Netto-Zuschreibungen aus der Risikovorsorge zu einem bereinigten Ergebnis vor Ertragssteuern in Höhe von 1,08 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (1,5 Milliarden Euro).

Durch das ordentliche Ergebnis können die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken ihre Eigenkapitalbasis weiter stärken. Sie verfügen nun über eine Kernkapitalquote von 13,41 Prozent und eine gesamte Eigenmittelquote von 18,03 Prozent. Somit stehen die Kreditgenossenschaften auf einem soliden Fundament und sind für künftige Herausforderungen gewappnet.

Regulierungsmaßnahmen als Herausforderung


Als Herausforderung für die bayerischen Genossenschaftsbanken sieht Götzl vor allem die Bewältigung der Regulierungsmaßnahmen. Laut der GVB-Konjunkturumfrage unter 200 Kreditgenossenschaften im Freistaat liegt der damit verbundene Personalaufwand bei rund 33 Millionen Euro pro Jahr. Der GVB-Präsident warnte deshalb vor neuen regulatorischen Maßnahmen wie der pauschalen Eigenkapitalhinterlegung von Zinsänderungsrisiken. Diese würden sich negativ auf die Kreditvergabe auswirken.

Die 35.359 Mitarbeiter der Kreditgenossenschaften im Freistaat versorgten im letzten Jahr rund 6,6 Millionen Kunden mit Finanzdienstleistungen in 2.922 Bankstellen. Somit sind rund 53 Prozent der Bevölkerung in Bayern Kunde bei einer Volksbank oder Raiffeisenbank. Die Zahl der Mitglieder wuchs das sechste Jahr in Folge: Sie erhöhte sich um 56.600 auf 2,62 Millionen.


Impressionen von der Bilanzpressekonferenz 2015