Bio-regionale Genossenschaft Oberpfalz eG

Biobauern bauen gemeinsame Lagerhalle

30.01.2017

Biobauern tun sich mitunter schwer, ein einwandfreies Lager für ihre Erzeugnisse zu finden. Einige Landwirte aus der Oberpfalz haben sich deshalb etwas einfallen lassen - und eine Genossenschaft gegründet.

Mitglieder der Bio-regionalen Genossenschaft Oberpfalz eGPlanen das Lager (v. li.): Vorstand Markus Schenk, der stellvertretende Vorstand Hubert Lautenschlager sowie Unternehmer Sebastian Schütz.


Immer mehr Landwirte in der Oberpfalz bauen ihre Produkte nach ökologischen Kriterien an. Dadurch erhoffen sie sich, ihre Betriebe auch in Zukunft gewinnbringend zu bewirtschaften. Kritisch aber ist die Übergangszeit, in der sie den Anbau von konventionell auf ökologisch umstellen. Dann müssen  Landwirte strenge Richtlinien beachten, dürfen ihre Produkte aber noch nicht als Bio-Ware zu höheren Preisen verkaufen. Bei Getreide beispielsweise beträgt diese Phase zwei Jahre.

Das stellt gerade Landwirte mit kleinen Flächen vor Herausforderungen. „Noch schwieriger wird es, wenn sie zusätzlich ein ökologisch einwandfreies Lager bauen müssen“, sagt Markus Schenk, Vorstand der Bio-regionalen Genossenschaft Oberpfalz. Ein solches hätte für seinen Ackerbau-Betrieb mit 68 Hektar rund 200.000 Euro gekostet. Deshalb hat er gemeinsam mit 63 Landwirten im Frühjahr 2016 die eG gegründet.

Zusammen wollen die Mitglieder ein ökologisches Lager mit angeschlossener Trocknungs- und Aufbereitungsstätte für sogenannte Druschfrüchte bauen und betreiben. Dazu zählen vor allem Getreide, aber auch Bohnen, Erbsen oder Soja. Mittlerweile haben mehr als 100 Mitglieder mindestens einen Anteil zu je 2.500 Euro gezeichnet. Die meisten von ihnen kommen aus der Region um den Sitz der Genossenschaft, Neumarkt in der Oberpfalz. „Aber auch Landwirte aus dem Umland von Regensburg oder Ingolstadt sind dabei“, berichtet Schenk.

Voraussichtlich 2018 soll die Lagerhalle stehen. Ist sie fertig, möchten die Landwirte ihre Waren dort bündeln und gemeinschaftlich aufbereiten. Heute ist das noch Zukunftsmusik. Aktuell konkretisieren Schenk, sein Stellvertreter Hubert Lautenschlager und Unternehmer Sebastian Schütz, der Komplettlösungen für Lager erstellt, die Baupläne. Demnach soll die Halle an der A3 südöstlich von Neumarkt entstehen und eine Kapazität von 6.000 Tonnen umfassen. Mit 80 Metern ist sie so lang wie die Flügelspannweite eines Airbus A380, dem größten in Serie produzierten Verkehrsflugzeug der Welt. Die Breite beträgt 30 Meter.

Markus Schenk betont, dass die Rechtsform der Genossenschaft gut zum Anliegen passt: „Sie vereint nicht nur die Erzeuger, sondern holt auch Verarbeiter und Vermarkter mit ins Boot.“ Zudem hat die eG einen prominenten Partner gefunden: Die Brauerei Lammsbräu. Das Unternehmen, das ausschließlich mit Bio-Rohstoffen Bier, Mineralwasser und Limonade produziert, hat 80 Anteile erworben und plant, einen Großteil seiner Rohstoffe bei den Genossen zu lagern.


Weitere Informationen

Mittelbayerische Zeitung: Bio-Landwirte gründen Genossenschaft