Bio-Schaukäserei Wiggensbach eG

Wenn aus Lieferanten Partner werden

20.10.2017

Die Bio-Schaukäserei Wiggensbach produziert Käsespezialitäten aus Allgäuer Bio-Heumilch. Acht Landwirte gründeten das Unternehmen 2003 als GmbH. Doch im vergangenen Jahr entschlossen sie sich, daran etwas zu ändern.

Ziegelkeller der Bio-Schaukäserei Wiggensbach eG
Echte Handarbeit: Mitarbeiter der Bio-Schaukäserei Wiggensbach lagern Käselaibe im Ziegelkeller der Genossenschaft.



Die Gründer der Bio-Schaukäserei Wiggensbach eG aus dem schwäbischen Landkreis Oberallgäu wollten gemeinsam eine Käserei betreiben. Ziel war, ihre biologisch hergestellten Produkte besser vermarkten zu können. Der Betrieb lief erfolgreich. Dennoch entschlossen die Landwirte im vergangenen Jahr, die Rechtsform zu ändern. „Wir wollten aus den bisherigen Lieferanten Partner machen und in den Betrieben mehr wirtschaftliche und soziale Förderung gewährleisten“, sagt Vorstand Franz Berchtold. Anfang 2017 entstand die Bio-Schaukäserei Wiggensbach eG.

Die Genossenschaft besteht aus 16 Mitgliedern, allesamt Bio-Landwirte aus dem Allgäu. Sie verzichten auf synthetische Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger, ihre Produkte enthalten weder Geschmacksverstärker noch künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe. Die Kühe fressen vor allem das Gras und Heu der Weidewiesen. Jährlich geben sie 3,5 Millionen Liter Milch, aus denen die Genossenschaft 21 Käsesorten produziert.

Darunter finden sich Klassiker wie der milde Schnittkäse, aber auch experimentelle Sorten wie „Al Capone“. Der ist dem legendären US-amerikanischen Gangsterboss nachempfunden: Die Käsemeister verfeinern ihn mit Tomaten, Kalamata-Oliven, Knoblauch und Steinsalz. Verkauft werden die Produkte in drei eigenen Läden in Wiggensbach, Adrazhofen und Zaisenhofen, aber auch in weiteren Geschäften in ganz Deutschland.

Zuletzt hat die Schaukäserei kräftig investiert und einen Ziegelgewölbekeller im März 2017 in Betrieb genommen. „Die dort gereiften Käse sind geschmackvoller und würziger“, sagt Franz Berchtold. Außerdem muss weniger Energie für die Kühlung aufgewandt werden. Der Keller besteht aus zwei Räumen, die je 27 Meter lang, sechs Meter breit und bis zu sechs Meter hoch sind. Für den Neubau hat die Schaukäserei rund 1 Million Euro ausgegeben. „Der Betrieb ist gut angelaufen, die Kundenresonanz sehr positiv“, sagt Berchtold.

Die Genossenschaft will wachsen und den Umsatz steigern. Dazu soll die Menge der verarbeiteten Milch auf 5 Millionen Liter klettern. Gleichzeitig soll durch die Lagerung im eigenen Keller die Qualität der Produkte stetig verbessert werden. Käsefreunde können sich freuen.