Bio-Schaukäserei Wiggensbach investiert 380.000 Euro in Roboter

30.04.2019

Käse herstellen ist harte Arbeit, vor allem das ständige Wenden und Einreiben während des Reifens. Eine Genossenschaft im Allgäu hat daher kräftig investiert und einen Roboter für den täglichen Einsatz angeschafft.

Der Käsepflegeroboter „Robby“ ist zwei Meter breit und fünf Meter hoch. Er schmiert den Käse im Ziegelgewölbekeller mit Salz und je nach Sorte mit Kräutern, Bier, Wein oder Most. 500 Stück schafft die Maschine pro Stunde, eine große Unterstützung für die Genossenschaft, deren Produktion ständig wächst. Allein 2018 stellte sie 400 Tonnen Bio-Käse her und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.


Käsepflegeroboter „Robby“bei der Arbeit.

Robby, der wie ein überdimensionierter Gabelstapler aussieht, nimmt den Mitarbeitern die körperlich sehr anstrengende Arbeit ab. „Bei 30.000 Stück Käse, die wir durchschnittlich im Keller haben, war das ein Knochenjob. Da müssen täglich mehrere Tonnen bewegt werden. Es war immer schwieriger, dafür Personal zu finden“, erklärt Betriebsleiter Robert Röhrle. „Wir haben wegen Robby aber niemanden ausgestellt. Fachkräfte bleiben unverzichtbar, denn sie haben das Gespür, das man für einen guten Käse braucht.“

Zwei Mitarbeiter betreuen die Maschine heute, gesteuert wird über ein Computer-Tablet.  „Sie haben den Käse früher selbst gedreht, wissen also alles darüber. Das technische Know-How haben sie sich später angeeignet“, so Röhrle. „Es entscheidet weiterhin der Mensch, das kann keine Maschine.“ Die Bio-Schaukäserei Wiggensbach wurde 2003 als GmbH gegründet und im April 2017 in eine Genossenschaft umgewandelt. Hintergrund war, dass das Unternehmen die Lieferanten zu Partnern machen und den Betrieben mehr wirtschaftliche und soziale Förderung gewährleisten wollte. Nach dem Bau des Lagers war „Robby“ die bisher größte Einzelinvestition der Genossenschaft. Der Betrieb verarbeitet die Milch von 17 heimischen Landwirten – und das mit Erfolg. Er wurde unter anderem 2018 auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin im Wettbewerb „Bayerns bestes Bio-Produkt“ für seinen Hartkäse „D' Kräftige“ ausgezeichnet. „Das hat uns auch gefreut. Für uns ist es das größte Lob, wenn es unseren Kunden schmeckt“, meint Röhrle.