Brauereigenossenschaft Ismaning

Der Traum von der eigenen Brauerei

06.07.2017

Ein Bier für alle Ismaninger brauen: Dieses Ziel verfolgt die Brauereigenossenschaft Ismaning. Vor Kurzem wurde das Bier auf dem Gründungsfest im örtlichen Bürgersaal das erste Mal ausgeschenkt. Rund 600 Ismaninger kamen, viele zeichneten Anteile an der jungen eG. Im Interview ziehen der Vorstandsvorsitzende Christian Dobmaier und dem Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Greulich eine Bilanz des bisher Erreichten.

Mitglieder der Brauereigenossenschaft Ismaning
Von links: Vorstand Werner Kastner, Aufsichtsratsvorsitzender Alexander Greulich, Vorstand Günter Glasner sowie Vorstandsvorsitzender Christian Dobmaier präsentieren das Ismaninger Bier.



Herr Dobmaier, Herr Greulich, warum haben Sie sich für die Rechtsform der Genossenschaft für Ihr Brau-Projekt entschieden?


Christian Dobmaier: Zum einen haben die Menschen hier vor Ort gute Erfahrungen mit dem Genossenschaftsmodell gemacht, sei es etwa durch die VR-Bank oder eine Brennereigenossenschaft. Zum anderen bietet die Rechtsform den optimalen Rahmen, damit viele Leute zusammenkommen, um gemeinsam einen Wirtschaftsbetrieb aufzubauen. Für uns, die alle ehrenamtlich engagiert sind, ist das Genossenschaftsmodell genau richtig.

Die Idee für eine Ismaninger Brauerei entstand im Dezember 2015. Was waren die größten Hürden bis zur Gründung?

Dobmaier: Eindeutig die Vorbereitungen zur Gründungsfeier. Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Bestellung der Zubehörteile wie Tragerl, Gläser oder Werbeaufsteller so kompliziert sein würde. Einen Ferrari erhält man schneller als einen Biertragerl. Am Tag der Gründung bin ich um Dreiviertel Vier nach Montabaur gefahren, um unsere „Ismaninger“-Biergläser abzuholen – eine Strecke von insgesamt 1.000 Kilometern.

Alexander Greulich: Wir haben uns selber einen sportlichen Zeitplan gesetzt, weil wir das erste Bier unbedingt vor den Sommerferien ausschenken wollen. Im Nachhinein sind wir stolz, dass trotz der intensiven Vorbereitung alles rechtzeitig geklappt hat.

Welche Ziele hatten Sie sich für die Gründungsveranstaltung am 30. Juni gesetzt?

Dobmaier: Wichtigstes Ziel war es, uns im großen Rahmen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wir wollten den Ismaningern zeigen, was wir machen, warum wir uns für das Genossenschaftsmodell entschieden haben und welche Ziele wir langfristig verfolgen. Unser großer Traum ist es, irgendwann einmal eine eigene Brauerei zu betreiben.

Wie ist das Fazit des Gründungsfests?

Greulich: Die Mundpropaganda hier vor Ort hat toll funktioniert. Im Vorfeld haben uns zahlreiche Menschen angesprochen: Wann geht es los? Wann krieg ich das Bier? Wie schmeckt es? Und dann sind zur Gründungsfeier so viele Ismaninger gekommen, bereits eine Stunde vor Beginn war der Saal randvoll. Rund 100 neue Mitglieder konnten wir gewinnen. Und geschmeckt scheint es den Leuten auch zu haben: Die Tragerl waren schon nach kurzer Zeit restlos ausverkauft. Das lässt einem das Herz aufgehen.

Was treibt Sie persönlich an, sich ehrenamtlich für die Genossenschaft zu engagieren?

Dobmaier: Wir, ein Kreis von 25 Personen, haben das Projekt selbst entwickelt und Stück für Stück verwirklicht. Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht, sein eigenes Bier herzustellen. Deswegen wollte ich unbedingt weiter dabei sein und freue mich, als Vorstandsvorsitzender das Projekt voranzutreiben.

Greulich: Wir haben in Ismaning schon ziemlich viel, nur ein eigenes Bier hat eben gefehlt. Und das sich so viele Bürger zusammengeschlossen haben, um das Projekt zu verwirklichen, ist etwas feines. Das kann ich als Bürgermeister nur toll finden, wenn sich die Menschen so für ihre Heimat einsetzen.


Impressionen vom Gründungsfest