Büchel: Molkereigenossenschaften stehen zu ihrer Verantwortung

28.06.2016


München – Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) spricht sich gegen Eingriffe von außen in die Lieferbeziehungen von genossenschaftlichen Molkereien und ihren Mitgliedern aus. Es sei einzig und allein Angelegenheit der Genossenschaftsmitglieder, die Abnahme der Milch zu regeln, sagt Alexander Büchel, Vorstandsmitglied beim Genossenschaftsverband Bayern (GVB). Die bei Genossenschaften übliche Abnahmegarantie solle in Kombination mit der Andienungspflicht erhalten bleiben. Dadurch werde sichergestellt, dass die Landwirte die produzierte Milch auch in schwierigen Marktlagen bei ihrer Molkerei absetzen können.

„Molkereigenossenschaften stehen zu ihrer Verantwortung gegenüber den Mitgliedern und werden dieser Verantwortung auch in der derzeit angespannten Situation gerecht“, so Büchel weiter. Dazu gehöre auch, dass in den Molkereien derzeit intensiv über die marktgerechte Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle diskutiert werde. Darin sieht Büchel ein Erfolgsgeheimnis des genossenschaftlichen Modells: Es habe sich auch deshalb bewährt, weil es den Mitgliedern in den letzten 150 Jahren stets gelungen sei, ihre Unternehmen entsprechend den Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln.

Zugleich warnt der GVB aufgrund der stark gesunkenen Milchpreise vor Aktionismus. Ein Wiederherstellen des Marktgleichgewichts könne nur aus dem Markt heraus erfolgen, so Büchel. Dies habe mittlerweile dazu geführt, dass die angelieferten Milchmengen wieder zurückgegangen sind. Neue staatliche Eingriffe hätten hingegen lediglich weitere Marktverwerfungen zur Folge. Das GVB-Vorstandsmitglied lehnt, gestützt auf das klare Votum der bayerischen Molkereigenossenschaften, Vorschläge wie die Einführung einer staatlich reglementierten Branchenorganisation ebenso ab wie sogenannte A/B-Preismodelle. Angesichts der anhaltenden Volatilitäten spricht sich Büchel jedoch für den Einsatz von margenabsichernden Instrumenten aus.