Bürger-Energiegenossenschaft Zeno

07.11.2013

Wie Gemeinden in der Oberpfalz gemeinsam die Energiewende meistern.

Nein, „Zeno“ ist nicht etwa ein Wort aus dem manchmal etwas schwer verständlichen Oberpfälzer Dialekt. Es ist der Name eines Verbunds zweier Unternehmen aus eben jenem Regierungsbezirk. Er steht für Zukunftsenergie Nordoberpfalz. Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie sich Kommunen und Bürger gemeinsam engagieren, um die Energiewende vor Ort umzusetzen. Dabei hilft ihnen auch eine Genossenschaft.


Das Konzept des Zeno-Verbunds

Über die Bürger-Energiegenossenschaft Zeno eG beteiligen sich Menschen aus der Region an Projekten im Bereich erneuerbare Energie. In dem zweiten Verbundunternehmen, der Zeno GmbH, haben sich mehrere Kommunen und Kommunalunternehmen aus der Nordoberpfalz zusammengeschlossen. Gemeinsam haben sie mit mehreren regionalen Partnern bereits zwei große Solarparks in Hütten und Tännesberg errichtet, die zusammen etwa 20 Megawatt leisten können. Sie werden als GmbH und Co. KG betrieben – mit der Zeno GmbH als Komplementär und der Zeno eG als eine der Kommanditisten.

Die Idee für dieses Konzept ist bereits drei Jahre alt. Initiiert haben das Zeno-Projekt mehrere Bürgermeister: „Wir wollten die Energiewende sinnvoll und effektiv umsetzen, indem wir Strom regional erzeugen und damit die Wertschöpfung in der Region bleibt“, erklärt Reinhard Gayer, Aufsichtsrat der Genossenschaft und Geschäftsführer der GmbH. Und Boris Damzog, Vorstand der Zeno eG und Bürgermeister der Gemeinde Störnstein, ergänzt: „Es war von Anfang an klar, dass wir über eine Genossenschaft auch die Bürger an dem Projekt beteiligen.“ Der Gedanke dahinter: „So können die Menschen an der Energiewende teilhaben, indem sie in Solar- oder Windparks vor Ort investieren – und sie können sehen, wo ihr Geld hinfließt.“


Fernziel: Zeno-Strom

Langfristig gesehen wollen die Bürgermeister in die Direktvermarktung einsteigen und Strom für die Region produzieren. „Und weil der Wind nicht an der Gemeindegrenze umdreht, haben wir interkommunal zusammengearbeitet und die Bürger eingebunden“, fügt Günter Stich, Floßer Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Bürger-Energiegenossenschaft Zeno, hinzu. „Wir sehen die Energieversorgung als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge an und
engagieren uns dementsprechend.“

Die Entwicklung der Mitgliederzahlen der beiden Verbundunternehmen verdeutlicht den Zuspruch für das Projekt: Beteiligten sich anfangs fünf Kommunen direkt oder über ihre Kommunalbetriebe an der Zeno GmbH, sind es heute bereits acht. „Wir sind froh, dass wir eine große und überparteiliche Koalition formen konnten“, so Stich. Je mehr Kommunen sich für die Zeno engagierten, desto mehr profitierte auch die Bürgerenergiegenossenschaft: Sie startete im März 2012 mit 36 Gründungsmitgliedern. Mittlerweile sind es rund 200 Anteilseigner.

Damit die Gründung reibungslos über die Bühne ging, leistete die Genossenschaftsfamilie Geburtshilfe. Die Raiffeisenbank Floß, die Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß, die Volksbank Nordoberpfalz und die Raiffeisenbank Weiden standen mit Rat und Tat zur Seite und sind darüber hinaus selbst Mitglieder.

Die beiden Solaranlagen sollen nicht die einzigen Projekte des kommunal-genossenschaftlichen Verbunds bleiben. „Wir planen bereits zwei weitere Parks mit insgesamt etwa 12 bis 17 Megawatt Leistung“, verrät Gayer. Auch im Bereich Windkraft will man aktiv werden: „Die Zeno-Gemeinden haben für geeignete Standorte bereits eine Änderung der Flächennutzungspläne in die Wege geleitet“, so Damzog.