Coupon Exklusiv

Kreditgenossenschaften entwickeln Schnäppchen-App für Weiden

10.08.2017

Wer in der Innenstadt von Weiden unterwegs ist, kann mit der Schnäppchen-App „Coupon Exklusiv“ Rabatte beim Einkauf mitnehmen. Entwickelt wurde die Anwendung von drei Oberpfälzer Genossenschaftsbanken, die im September 2017 fusionieren werden. Die Projektverantwortlichen erklären, wie die Zusammenarbeit zustande gekommen ist und welche Ziele die Institute damit verfolgen.

 

Szene aus einem Werbefilm für die App Coupon Exklusiv der Volksbank Raiffeisenbank NordoberpfalzSzene aus dem Werbevideo für „Coupon Exklusiv“: Im Weidener Geschäft „Sonna – Geschenke & Haushaltswaren“ erhalten Kunden mit der Smartphone-App Rabatte. Foto: Speed4Trade GmbH


Eine junge Frau läuft durch die Innenstadt von Weiden. In der linken Hand schleppt sie drei Einkaufstaschen, in der rechten hält sie ihr Smartphone. Zielgerichtet betritt sie den Laden für Geschenke und Haushaltswaren von Tobias Sonna und greift nach einem Kaffee-Becher im Regal. An der Kasse zeigt die junge Frau einen elektronischen Coupon auf ihrem Mobiltelefon und bekommt von Sonna einen Rabatt von 33 Prozent.

Die Szene stammt aus einem Werbevideo für die Smartphone-Anwendung „Coupon Exklusiv“. Hinter dem Projekt steckt die künftige Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz, die aus dem Zusammenschluss der Raiffeisenbank Weiden, der Raiffeisenbank im Stiftland und der Volksbank Nordoberpfalz hervorgeht. Diese Institute haben die App zusammen mit dem Stadtmarketing Weiden und dem E-Commerce-Anbieter Speed4Trade entwickelt. Seit April 2017 ist sie in den App-Stores von Apple und Google verfügbar.

Die App „Coupon Exklusiv“ zeigt Rabatte – und mehr


Einzelhändler aus Weiden können über die Anwendung Rabatt-Gutscheine für Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die jeweils vier Wochen online bleiben. Jede Anzeige kostet 25 Euro. Die Kunden müssen den E-Coupon dann nur noch an der Kasse vorzeigen, um den Rabatt zu erhalten. Zusätzlich zeigt die App Informationen wie Öffnungszeiten oder die Route zu dem jeweiligen Geschäft an. Auch eine Karte mit den Geldautomaten der genossenschaftlichen FinanzGruppe ist integriert.

Das Prinzip der Coupon-App ist nicht neu. In Großstädten wie München oder Nürnberg gibt es sie bereits. „In ländlichen Regionen wie bei uns hat so etwas jedoch gefehlt“, sagt Sebastian Hartl, Online-Manager der Raiffeisenbank Weiden. Die Idee stammt von Speed4Trade und dem Stadtmarketing Weiden. 2016 veranstalteten sie eine „digitale Ostereiersuche“, bei der Kunden in Geschäften einen QR-Code suchen und scannen mussten, um Rabatte zu erhalten. Da die Aktion gut ankam, sollte eine dauerhafte Lösung eingerichtet werden: die App.

Auf der Suche nach Unterstützern gingen die Verantwortlichen von Speed4Trade auf ihre Hausbank zu, die Raiffeisenbank Weiden. Diese griff die Idee auf: „Das Projekt stiftet Nutzen sowohl für die Kunden als auch für den Einzelhandel“, sagt Vorstandssprecher Hermann Ott. Da sich zu diesem Zeitpunkt die Fusion des Instituts mit der Raiffeisenbank im Stiftland und der Volksbank Nordoberpfalz bereits abzeichnete – sie wird im September vollzogen – entschieden sich die Verantwortlichen, das Projekt gemeinsam anzugehen. Zusammen investierten die Kreditinstitute einen mittleren fünfstelligen Betrag.

„Coupon Exklusiv“ gewinnt über 2.200 Nutzer


Die Banken verfolgen mit der App drei Ziele. Erstens wollen sie die Kaufkraft in der Region halten. Die Menschen sollen sich digital informieren, aber vor Ort einkaufen. Zweitens möchten sie sich bei bestehenden und potenziellen Kunden als digitale Vorreiter präsentieren. Und drittens wollen sie den Unternehmen vor Ort – darunter zahlreiche Firmenkunden – einen mobilen und digitalen Zugang zu ihren Kunden zur Verfügung stellen. Das kommt bei Händlern wie Tobias Sonna gut an: „Heute muss man verschiedene Kanäle bespielen, um alle Verbraucher zu erreichen. Und die App ist eine interessante Möglichkeit dafür.“

Während Speed4Trade die App entwickelt hat und das Stadtmarketing die Geschäfte unterstützt, wenn sie Angebote einstellen möchten, kümmern sich die Banken um das Marketing. Sie haben rund 400 Einzelhändler in Weiden angeschrieben. Die Anwendung startete im April 2017 mit 40 Angeboten. Nach drei Monaten haben über 2.200 Menschen die App heruntergeladen. Sonna ist vorsichtig optimistisch: „Der Start ist gelungen. Jetzt müssen wir daran arbeiten, dass noch mehr Kunden und Händler die App aktiv nutzen“, sagt er. Derzeit gibt es die Coupon-App nur in Weiden. Bald möchten die Banken weitere Städte in der Oberpfalz anschließen.

Auch andere Volksbanken und Raiffeisenbanken können die App in ihre Region tragen. „Die Oberfläche ist offen gehalten, jede Stadt lässt sich problemlos integrieren“, sagt Hartl. Zusätzlich arbeitet Speed4Trade an neuen Funktionen. Nutzer sollen auf Wunsch Push-Nachrichten auf die App erhalten, wenn sie an einem Laden mit Sonderangeboten vorbeigehen. Zudem soll es möglich werden, in Restaurants Tische oder bei Friseuren Termine zu reservieren.


Der Artikel ist in der August-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.