Debatte um Negativzinsen

Für eine differenzierte Betrachtung in der Zinsdebatte

21.11.2019

Anlässlich der aktuellen Debatte um Negativzinsen für Spareinlagen hat GVB-Präsident Dr. Jürgen Gros die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Schutz genommen.

In mehreren Interviews hat GVB-Präsident Dr. Jürgen Gros für eine differenzierte Betrachtung des Themas Negativzinsen geworben. Er nahm die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Schutz, die jetzt wegen Negativzinsen ab dem ersten Euro für Neukunden im Fokus der öffentlichen Debatte stehen.

„Faktisch geht es aktuell darum, gegenüber Neukunden ein Signal zu setzen, deren Einlagen Kosten verursachen würden“, sagte Gros. Ziel sei nicht, existierende Kunden zu bestrafen, sondern sie solange wie möglich davor zu schützen, Verwahrentgelte bezahlen zu müssen.

Zum Hintergrund erläutert Gros: „Volksbanken und Raiffeisenbanken verzeichnen in den vergangenen Jahren ein sehr großes Einlagenwachstum. Wir haben einen massiven Einlagenüberhang. Wenn eine Bank dieses Geld nicht in Krediten wieder ausreichen kann, muss sie es anlegen. Die Anlagemöglichkeiten sind großenteils negativ verzinst, ob es Staatsanleihen sind, Unternehmensanleihen oder Einlagen bei der Europäischen Zentralbank. Das macht es für die Banken unattraktiv, zusätzliches Geld anzunehmen.“