DGRV-Jahresumfrage

Immer weniger Neugründungen bei Energiegenossenschaften

06.07.2016

Die Zahl der Neugründungen von Energiegenossenschaften in Deutschland ist 2015 weiter zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie um rund ein Viertel auf 40 neue Genossenschaften.

Die Zahlen zu den Neugründungen hat der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DRGV) in seiner jährlichen Umfrage erhoben. Ursache für die Entwicklung, die sich schon in den Vorjahren gezeigt hatte, ist die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Mit der Einführung von Ausschreibungen werde nun eine weitere Hürde für die Bürgerenergie geschaffen, erklärte Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des DGRV.

Daran wird nach Einschätzung des Verbands auch die vom Gesetzgeber vorgeschlagene Bürgerenergieregel nichts ändern. Hiernach sollen Bürgerenergiegesellschaften in einer frühzeitigen Planungsphase in die Ausschreibung gehen können. „Wir begrüßen sehr, dass die Bürgerenergie im Gesetzentwurf berücksichtigt wird. Das grundsätzlich höhere Risiko für kleine Akteure wie Bürgerenergiegenossenschaften wird dadurch aber nicht vermieden, es wird sogar vergrößert“, so Ott weiter.

Positiv sieht der DGRV die Entwicklung bei den Nahwärmegenossenschaften: Hier sind im vergangenen Jahr 145 Genossenschaften gegründet worden, mehr als 50 allein in den vergangenen drei Jahren. Besonders positiv sieht der Verband dabei die Kooperation mit den Kommunen. „Häufig werden die Nahwärmenetze genossenschaftlich durch die Hausbesitzer selbst betrieben, während die Kommunen das Projekt planerisch und organisatorisch unterstützen“, sagte AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer.


Der DGRV stellt die Ergebnisse der Jahresumfrage als Download zur Verfügung.