DGRV-Jahresumfrage zu Energiegenossenschaften

EEG-Novelle bremst Gründungsdynamik bei Energiegenossenschaften

16.07.2015

Durch die Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor einem Jahr ist die Zahl der neugegründeten Energiegenossenschaften deutlich zurückgegangen. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV) hervor.

Solaranlage der Bürgerenergiewerke Schnaittachtal und Umgebung eGSolaranlage der Bürgerenergiewerke Schnaittachtal und Umgebung eG


Die Zahl der neu gegründeten Energiegenossenschaften belief sich 2014 auf 54, nachdem es ein Jahr zuvor noch 129 waren. „Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hat sich stark bremsend auf die Gründungszahlen ausgewirkt. In den vergangenen Jahren boomte noch die Idee der Bürgerenergie, nun stockt die Entwicklung“, sagte Eckhard Ott, Vorstandsvorsitzender des DGRV.

Die Ursache für diese Entwicklung sieht er in den verringerten Geschäftsmöglichkeiten nach der Reform des EEG. Zudem hatte es wegen der Diskussion über eine mögliche Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Verunsicherung gegeben. Mittlerweile steht jedoch fest, dass Genossenschaften, die einen genossenschaftlichen Förderauftrag verfolgen, nicht dem Kapitalanlagegesetz unterliegen. 

Der DGRV betont, dass Energiegenossenschaften mit ihren Investitionen einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz der Energiewende vor Ort leisten. Das habe kürzlich eine Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) unter Energie-Kommunen gezeigt: Für 80 Prozent der Befragten leisten Energiegenossenschaften und andere dezentrale Akteure einen großen bis sehr großen Beitrag zur Akzeptanz der Energieprojekte in ihren Kommunen.

Insgesamt haben Energiegenossenschaften in Deutschland 1,67 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investiert und Kapazitäten mit einer Leistung von 933 Megawatt errichtet.


Weitere Informationen

Pressemitteilung des DGRV: Einbruch bei Gründungszahlen