Die eG und das Finanzamt

Merkpunkt Steuer

03.04.2014

Bei der Gründung von Genossenschaften sind die Steuern ein wichtiges Thema: Das Finanzamt verlangt eine Reihe von Angaben über das Unternehmen.

Bei der Genossenschaftsgründung gibt es einige steuerliche Aspekte zu beachten. Foto: PantherMedia/ZerborBei der Genossenschaftsgründung gibt es einige steuerliche Aspekte zu beachten. Foto: PantherMedia/Zerbor


Bei Gründung einer Genossenschaft sind viele Fragestellungen zu bedenken. Das beginnt damit, dass zunächst durch Einreichung eines Erfassungsbogens ein Kennenlernen mit dem Finanzamt stattfinden muss. Im Erfassungsbogen werden grundlegende Daten für den späteren reibungslosen Ablauf geklärt.

Neben den sogenannten Stammdaten eines Steuerpflichtigen wird festgelegt, wann und in welcher Höhe Umsatzsteuer-, Lohnsteuer-, Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuervorauszahlungen zu leisten sind. Dazu sind dem Finanzamt bereits im Erfassungsbogen die Planzahlen zu melden. Bei der Umsatzsteuer gibt es die Wahlmöglichkeit zwischen Ist- und Soll-Besteuerung.

Ist- oder Sollbesteuerung


Genossenschaften mit einem Umsatz unter 500.000 Euro können die Ist-Besteuerung beanspruchen. Die Genossenschaft muss in diesem Fall die Umsatzsteuer für einen Umsatz erst dann abführen, wenn der Leistungsempfänger die Rechnung auch bezahlt hat. Sollte die Soll-Versteuerung gewählt werden, ist die Umsatzsteuer bereits mit Erbringung der Leistung – unabhängig von der Zahlung – an das Finanzamt zu leisten.

Demgegenüber kann die Vorsteuer aus den eingekauften Lieferungen und Ratgeber Leistungen aber bereits angesetzt werden, wenn der Genossenschaft eine Rechnung vorliegt und die abgerechnete Leistung erbracht wurde. Erstattungen der Vorsteuer können durch das Finanzamt also schon erfolgen, wenn die Rechnung durch die Genossenschaft noch nicht bezahlt ist.

Alle Steuererklärungen müssen über Datenfernübertragung an die Finanzämter gemeldet werden. Das gilt auch für Umsatzsteuer- und Lohnsteuervoranmeldungen. Eine Übertragung ist nur möglich, wenn eine Steuernummer vorliegt. In den Fällen, in denen sich die Eintragung der Genossenschaft im Genossenschaftsregister verzögert, erteilen die Finanzämter auch keine Steuernummern. Da es technisch nicht anders möglich ist, müssen dann die  Steuervoranmeldungen in Papierform abgegeben werden.

Buchhaltung von Genossenchaften: Vollständige Daten wichtig


Bei Bearbeitung der Buchhaltung lässt sich immer wieder feststellen, dass Rechnungen nicht die geforderten Daten aufweisen. Folgende Daten müssen in Rechnungen enthalten sein:

  • Der vollständige Name und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers

  • die dem leistenden Unternehmer erteilte Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

  • das Ausstellungsdatum

  • eine fortlaufende Rechnungsnummer

  • die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder der Umfang und die Art der sonstigen Leistung

  • der Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung

  • das Entgelt für die Lieferung oder sonstigen Leistung

  • der anzuwendende Steuersatz sowie der auf das Entgelt entfallende Steuerbetrag.


Vereinfachungen für Rechnungen über Kleinbeträge gelten nur bis zu einem Rechnungsbetrag von 150 Euro. Bei Einkäufen, zum Beispiel von Bürogeräten in Supermärkten, muss deshalb eine Rechnung eingefordert werden, die die Grundlagen des § 14 UStG erfüllt. Die Festlegung der Höhe des Geschäftsanteils ist von Bedeutung, wenn hohe Investitionen getätigt werden, die in den ersten Jahren zu hohen Abschreibungen führen. Ein Verlust der Genossenschaft muss nämlich zu mehr als 50 Prozent durch Geschäftsguthaben und Rücklagen gedeckt sein. Ansonsten ist der Vorstand verpflichtet, unverzüglich eine Generalversammlung einzuberufen.