„Die Genossenschaft will Antreiber der Energiewende sein“

18.05.2021

Die Genossenschaft Bürgerenergie Parkstein eG, die seit Frühjahr dieses Jahres Mitglied beim GVB ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Markt Parkstein im oberpfälzischen Landkreis Neustadt an der Waldnaab saubere, nachhaltige Energie zu erzeugen, um damit einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Auf welche Weise die neu gegründete Genossenschaft das erreichen will, berichtet Vorstandsvorsitzender Josef Langgärntner, Parksteins Vize-Bürgermeister, im Interview.



 

Josef Langgärntner,
Vorstandsvorsitzender der Bürgerenergie Parkstein eG

Herr Langgärtner, was will die Bürgerenergie Parkstein eG erreichen und wie profitieren davon die Mitglieder?

Josef Langgärtner: Die Genossenschaft will Antreiber der Energiewende sein und die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen durch die Ausschüttung eines Gewinnanteils, die Senkung der Stromkosten und durch Energieberatung vor Ort.

Wie ist es überhaupt zur Gründung der Genossenschaft gekommen?

Langgärtner: Bei uns in der Nähe geht die Stromtrasse des SüdostLinks vorbei. Um solche sinnlosen, Natur zerstörerischen Projekte verhindern zu können, brauchen wir dezentrale Energieerzeugung. Politik redet, wir handeln.

Wer sind die Mitglieder der Genossenschaft und wer die wichtigsten Mitstreiter?

Langgärtner: Die Mitglieder stammen aus allen Bevölkerungsschichten Parksteins. Die wichtigsten Mitstreiter sind die gewählten Vorstände und Aufsichtsräte, allen voran Aufsichtsratsvorsitzender Anton Hösl, ein pensionierter leitender Vermessungsdirektor.

Die Genossenschaft Bürgerenergie Parkstein eG hat es sich zur Aufgabe gemacht, saubere, nachhaltige Energie zu erzeugen, um damit einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Auf welche Weise soll dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden?

Langgärtner: Wir wollen mit PV-Anlagen auf kommunalen Dächern, auf größeren Gewerbedachflächen und eventuell auf Freiflächen einen Beitrag zur Energiewende leisten. Den größten Erfolg könnten wir mit einer geplanten Windanlage, bestehend aus drei Windkraftanlagen, erzielen.


Fokus auf erneuerbare Energien: Der Markt Parkstein in der Oberpfalz möchte einen Beitrag zur Energiewende leisten. (Bild: Bürgerenergie Parkstein eG)

Inwiefern glauben Sie, dass die Energiewende nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern voranzubringen ist?

Langgärtner: Energiewende kann nur dezentral in kleinen, vernetzten Zellen und Energiegemeinschaften gelingen. Hier können alle Bürgerinnen und Bürger teilhaben, sich an der Finanzierung der Bürgerwindräder beteiligen und den Erfolg vor Ort einstreichen – ohne Fremdinvestoren. Wenn die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger erreicht ist, kann eine Energiewende viel eher gelingen.

Wieso haben Sie sich als Vize-Bürgermeister des Marktes Parkstein dafür starkgemacht, die Genossenschaft zu gründen?

Langgärtner: Wichtig ist, dass eine Kommune hinter einer Genossenschaft steht. Seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr sind die politischen Verhältnisse so geregelt, dass erneuerbare Energieprojekte auch verwirklicht werden können. Der Ausgang der Wahl war auch der Grund für die Gründung der Bürgerenergie Parkstein eG.

Warum hat man sich für die Rechtsform Genossenschaft entschieden?

Langgärtner: Aus dem Grund, weil eine eG bürgerfreundlicher, sozialer und gerechter ist als andere Kapitalgesellschaften. Außerdem sind Genossenschaften in der bayerischen Gesellschaft fest verwurzelt.

Wie viele Mitglieder hat die Genossenschaft derzeit?

Langgärtner: Wir haben zurzeit 70 Mitglieder.

Wie hat Sie der GVB bei der Gründung unterstützt und wie bewerten Sie diese Leistung?

Langgärtner: Wir hatten nur den GVB als Unterstützer und wären ohne diese Leistung hilflos gewesen. Hierfür gilt insbesondere GVB-Gründungsberater Max Riedl großer Dank.

Vielen Dank für das Gespräch!