Warenbezugsgenossenschaft der Gärtner Etwashausen-Kitzingen

Genossenschaft in Mainfranken versorgt Gärtner

08.05.2017

Dünger, Pflanzenschutz, Erde, Töpfe: Die Warenbezugsgenossenschaft der Gärtner Etwashausen-Kitzingen bietet alles, was Gärtner brauchen. Seit bald 100 Jahren ist das Unternehmen im Geschäft.

Mainfranken ist bekannt für seine guten Weine. In dem milden Klima gedeihen die Reben besonders gut. Doch auch Salat, Gurken, Tomaten und viele Blumen schätzen warme Temperaturen schon im Frühjahr. Deshalb bauen zwischen Würzburg und Schweinfurt zahlreiche Gartenbaubetriebe Gemüse und Zierpflanzen an. Viele sind Mitglied der Warenbezugs-genossenschaft der Gärtner Etwashausen-Kitzingen. „Wir haben ein Klima fast wie am Bodensee. Das ist für den Gemüseanbau ideal“, sagt Harald Herr, Vorstandsvorsitzender der eG.

Geschichte der Genossenschaft


Schon um 1890 schlossen sich die Gärtner rund um Etwashausen – heute ein Stadtteil von Kitzingen – zu einem Gartenbauverein zusammen, um gemeinsam Waren einzukaufen. Nach 30 Jahren war das Warengeschäft jedoch so groß geworden, dass der Verein Probleme mit der Steuer bekam. Also gründeten die Betriebe 1919 eine Warenbezugsgenossenschaft, die in dieser Form bis heute Bestand hat. „Wir haben alles, was der Gärtner braucht: Dünger, Pflanzenschutz, Erde, Töpfe und Verpackungsmaterial“, zählt Herr auf. Neben den Gemüsebauern versorgt die eG seit vielen Jahren auch Zierpflanzengärtner. Sie sorgen für rund 30 Prozent des Umsatzes der Genossenschaft. Rund 650.000 Euro setzt die eG jährlich um. 5 bis 7 Prozent des Warenwerts, den die Betriebe über die Genossenschaft bezogen haben, fließt als Rückvergütung an die Mitglieder zurück. „Da kommt am Jahresende schnell ein hübsches Sümmchen zusammen“, sagt Herr.

Strukturwandel im Gemüseanbau


Von den 90 Mitgliedern sind jedoch nur noch rund 40 aktiv im Geschäft. „Im Gemüseanbau ist es wie in der Landwirtschaft: Es werden immer weniger Gärtner, dafür werden die Betriebe größer. Wenn einer aufgibt, pachtet ein anderer dessen Flächen dazu.“ Deshalb öffnete sich die Genossenschaft Mitte der 1980er Jahre auch für Nichtmitglieder. Eine Strategie, die sich bewährt hat: „Pro Jahr gewinnen wir ein bis zwei Betriebe als Mitglied hinzu, weil wir sie vom Mehrwert unserer Genossenschaft überzeugen konnten“, berichtet Herr. Das hat aber nicht nur mit günstigen Preisen zu tun. Die Genossenschaft versorgt die Gemüsebauern zum Beispiel auch mit sogenannten Nützlingen. Das sind Insekten, die Pflanzenschädlinge wie etwa Blattläuse vertilgen. Rund 5 Prozent des Umsatzes entfallen inzwischen auf dieses Angebot. „Der Handel verlangt immer mehr Produkte in Bio-Qualität. Da kommen die Betriebe mit Pflanzenschutzmitteln nicht mehr weit“, sagt Herr.

Jubiläum im Blick


Seit mittlerweile 25 Jahren führt der Vorstandsvorsitzende die Genossenschaft. Was ihre Zukunft angeht, ist er trotz des Strukturwandels im Gartenbau und der erhöhten Anforderungen des Handels optimistisch. „Wenn wir am Ball bleiben und die aktuellen Trends im Gemüse- und Zierpflanzenanbau aufgreifen, wird es die Genossenschaft noch lange geben“, sagt Herr. Das 100. Jubiläum der eG in zwei Jahren hat er bereits fest im Blick: „Dann wird erst einmal ordentlich gefeiert.“