Dirk von Vopelius von der IHK Nürnberg für Mittelfranken

Mittelstandsfinanzierung nicht weiter behindern

15.09.2015

Die Besonderheiten des deutschen Bankensektors berücksichtigen und die Regulierung mittelstandsfreundlich ausgestalten: Dafür spricht sich der Präsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Dirk von Vopelius, in einem Meinungsbeitrag aus.

Gabelstapler mit Fahrer in einer LagerhalleArbeiter in der Lagerhalle eines mittelständischen Unternehmens: IHK-Präsident von Vopelius will verhindern, dass die Unternehmensfinanzierung durch Regulierungsmaßnahmen beeinträchtigt wird.


„Wir dürfen das bewährte Drei-Säulen-Modell aus Privatbanken, öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten und Genossenschaftsbanken nicht beschädigen“, betont der IHK-Präsident in seinem Artikel für „Profil – das bayerische Genossenschaftsblatt“. Insbesondere auch die genossenschaftlichen Institute seien aufgrund ihrer regionalen Verwurzelung wichtige Finanzierungspartner des Mittelstands.

Darüber hinaus spricht sich von Vopelius dafür aus, die aktuellen Ansätze für Basel IV zu überarbeiten. Dies sei notwendig, um „die Finanzierungsmöglichkeiten des Mittelstands nicht noch weiter zu beschneiden“.

Unzufrieden ist die IHK-Organisation beispielsweise mit den Vorschlägen für die Berechnung des Eigenkapitals, das Banken bei der Kreditvergabe hinterlegen müssen. Es sei zwar nichts dagegen einzuwenden, die Kapitalanforderungen an das tatsächliche Risiko der einzelnen Kreditgeschäfte anzupassen, so von Vopelius. Die vorgeschlagenen Risikomaße, beispielsweise die pauschale Gleichsetzung eines geringen Umsatzes mit einem höheren Ausfallrisiko des Kredits, seien jedoch nicht überzeugend und benachteiligten einseitig den Mittelstand.

Außerdem solle für die Bankenaufsicht nicht das Risiko eines einzelnen Kredits im Mittelpunkt stehen. Der mittelfränkische Wirtschaftsvertreter plädiert viel mehr dafür, das komplette Kreditportfolio einer Bank und damit deren Risikostreuung im Kreditgeschäft insgesamt zu betrachten. Die IHK Nürnberg vertritt 145 000 mittelfränkische Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung.


Der gesamte Beitrag von Dirk von Vopelius ist in der September-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.