Dorfladen Röttenbach-Mühlstetten

Mitglied gleich Kunde gleich Multiplikator

24.07.2013

Der Dorfladen Röttenbach-Mühlstetten eG gehört den Bürgern, die dort einkaufen. Das ermöglicht es ihnen, die Dinge des täglichen Lebens wieder vor Ort zu besorgen.


„Meiner – Deiner – Unser.“ Nach diesem Motto leben die Bürger Röttenbachs spätestens, seitdem sie im April dieses Jahres ihren Dorfladen eröffnet haben. Der Dorfladen, der in der Rechtsform Genossenschaft betrieben wird, ist ein Beispiel gelebter Selbsthilfe: Der nächste Supermarkt ist rund sechs Kilometer entfernt und somit nur mit dem Auto zu erreichen. Besonders jungen Familien und Senioren fehlte eine fußläufige Einkaufsmöglichkeit am Ort. Daher entschlossen sich die Röttenbacher im Juli 2012 zur Gründung einer Dorfladengenossenschaft.

Über die Rechtsform wurde damals lange diskutiert. Am Ende setzte sich die Unternehmensform durch, mit der sich die meisten Menschen am Ort identifizieren konnten. Jeder  interessierte Bürger der Gemeinde konnte Anteile zeichnen. „Ein Mitglied ist ein loyaler Kunde und willkommener Multiplikator“, weiß Volker Bartke, der Vorstandsvorsitzende des Dorfladens Röttenbach-Mühlstetten, denn es sei ja ein Stück weit sein „eigener“ Laden. Bisher haben rund 170 Menschen Anteile gezeichnet.

Das Sortiment des Ladens im Ortsteil Mühlstetten bietet auf 160 Quadratmetern alles, was der Lebensmitteleinzelhandel vorhalten muss und noch mehr: An der Poststelle kann man seine Pakete abgeben, im Stehkaffee oder auf der Terrasse Kuchen genießen. „Bei der Produktauswahl liegt unser Fokus auf Regionalität“, so Bartke. Backwaren kommen aus dem Nachbarort, Fleisch und Wurst vom örtlichen Metzger. Außerdem gibt es Molkereiwaren, Gemüse, Obst und Honig aus der Umgebung. „Allerdings kann man auch nicht jeden Wunsch der Kunden erfüllen“, so Bartke. „Parmesan ist nun mal nicht regional“, fügt er hinzu.

Um den vorteilhaft gelegenen Laden bekannt zu machen, lockten die Betreiber mit besonderen Aktionen. Zur Kirchweih standen – wie zu diesem Fest üblich – Kaffee und Küchle sowie Sektfrühstück mit Schweizer Käse auf der Karte. Am darauffolgenden Tag war verkaufsoffener Sonntag. Den eigenen Warenlieferservice bewirbt der Dorfladen mit Flyern.

Derzeit planen Bartke und sein Vorstandskollege Peter Klimpel das „Firmenkundengeschäft“ zu erschließen. Ein örtlicher Betrieb hat angefragt, ob der Dorfladen einen Brotzeitservice organisieren könnte. Aktuell scheitert diese Idee noch an den hohen gesetzlichen Auflagen und der fehlenden Küche. „Wir wollen diese Hürden aber gemeinsam überwinden, da wir sehr an der Ausweitung unseres Kundenstamms interessiert sind“, so Bartke.