Drive-In-Geldautomaten der Volksbank Forchheim

Bargeld statt Hamburger

27.04.2017

Die Volksbank Forchheim hat den mittlerweile dritten Drive-In-Geldautomaten eröffnet. Die Geräte würden gut angenommen, sagt Vorstand Joachim Hausner und erklärt, warum sie für die Bankkunden so praktisch sind.

Drive-In-Geldautomat der Volksbank Forchheim
Keine Hamburger, sondern Bargeld: Hanngörg Zimmermann, Erster Bürgermeister von Gößweinstein, probiert den neuesten Autoschalter der Volksbank Forchheim aus. Bankvorstand Joachim Hausner (Mitte) und Filialleiter Heinrich Müller (re.) sind optimistisch, dass sich die Investition rechnet.


Bei vielen Schnellrestaurants sind sie Standard: Drive-In-Schalter, an denen Kunden Hamburger und Pommes erhalten, ohne aus dem Auto steigen zu müssen. Was in Vergessenheit geraten ist: Zwischen 1960 und 1980 nutzten auch in Deutschland einige Kreditinstitute dieses Prinzip. Kunden fuhren mit ihrem Wagen an einen Schalter vor und erhielten dort von einem Bankmitarbeiter Bargeld oder gaben Überweisungsaufträge auf.

Mit dem Aufkommen der Geldautomaten in den 1980er Jahren verlor dieses Angebot seinen Reiz. Doch in jüngster Zeit erleben Autoschalter eine kleine Renaissance. Auch in Bayern: Zum Beispiel hat die Münchner Bank einen Drive-In-Geldautomaten in Bad Tölz eingerichtet, die Raiffeisen-Volksbank Miltenberg in Kleinheubach und die Raiffeisenbank Seebachgrund in Heßdorf. Besonders engagiert ist die Volksbank Forchheim: Sie hatte 2011 und 2013 jeweils einen Autoschalter in Forchheim eröffnet. Im Januar dieses Jahres folgte der dritte in Gößweinstein. Kunden erhalten dort Bargeld und können Kontoauszüge ziehen.

400 Transaktionen pro Tag beim Drive-In-Geldautomaten


„Wir wollen den Menschen das Leben so einfach wie möglich machen“, sagt Vorstand Joachim Hausner. Deshalb folgt das Institut mit seinen Autoschaltern den Kunden dorthin, wo viele von ihnen ihre täglichen Einkäufe mit dem Pkw erledigen: in die Gewerbegebiete mit ihren Supermärkten und Warenhäusern am Stadtrand. In Forchheim zum Beispiel stehen die beiden Drive-In-Automaten jeweils auf dem Parkplatz eines Discounters. Beide können schnell über die Hauptverkehrsstraßen angesteuert werden. Zielgruppe sind Kunden, die umliegende Märkte aufsuchen sowie Berufstätige, die auf dem Weg von oder zur Arbeit noch schnell Bares tanken möchten.

Eine richtige Filiale lohne sich an diesen Standorten aus genau diesem Grund nicht, sagt Hausner: „Die Leute brauchen hier kein Beratungsgespräch, sondern Geld für ihren Einkauf.“ Auch im Vergleich zu einer SB-Stelle sei der Autoschalter im Vorteil: Weil er für sich steht und nicht in ein Gebäude integriert ist, sei er besser sichtbar und eben auch mit dem Pkw bequem erreichbar.

Das Konzept kommt in Forchheim an: Rund 400 Menschen heben täglich Geld an den beiden Autoschalter-Standorten ab. Auf das Jahr gerechnet sind es rund 150.000 – in vielen Filialen werden die Automaten seltener frequentiert. Zudem sind 35 bis 40 Prozent der Nutzer keine Kunden der Bank. Auch das ist weitaus mehr als sonst üblich. „Unsere Autoschalter sind wirtschaftlich tragfähig. Langfristig werden sich die Investitions- und Betriebskosten amortisieren“, sagt Hausner. Pro Standort hat das Kreditinstitut eine höhere fünfstellige Summe aufgewendet. Die nötigen Baugenehmigungen erhielt die Bank ohne Proleme. Hausner: „Unsere Investitionen werden begrüßt, da wir uns klar zur Region bekennen und die Gewerbegebiete aufwerten.“

Auch Fußgänger heben beim Drive-In-Geldautomaten ab


Weil die Autoschalter in der Stadt Forchheim so gut ankommen, nahm die Volksbank kürzlich den dritten Automaten im ländlich geprägten Gößweinstein in Betrieb. Auch dieser befindet sich auf dem Parkplatz eines Discounters, weitere Einkaufsmärkte sind unmittelbar in der Nähe. Der Markt mit seinen 31 Ortsteilen im Herzen der Fränkischen Schweiz hat rund 4.100 Einwohner. Im Sommer ist die Gegend mit ihren Sehenswürdigkeiten ein beliebtes Ferienziel. Hausner hofft, dass auch die Touristen den Drive-In-Geldautomaten rege nutzen werden: „Wir versprechen uns dadurch zusätzliches Potenzial.“

Übrigens gebrauchen auch viele Fußgänger die Autoschalter, hat Hausner festgestellt. „Letztendlich ist es unerheblich, wie die Kunden zum Automaten kommen“, sagt der Vorstand der Volksbank Forchheim. „Die Frequenz belegt jedoch, dass wir bei der Standortwahl ein gutes Händchen hatten.“


Der Artikel ist in der April-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.