DZ-Bank-Vorstand Ullrich über paydirekt

Online bezahlen ohne Umwege

15.07.2015

Mit paydirekt bringen die Volksbanken und Raiffeisenbanken zum Jahresende gemeinsam mit den Sparkassen und Geschäftsbanken ein eigenes Online­-Bezahlverfahren auf den Markt. Welche Vorteile dieses gegenüber anderen Anbietern hat, erklärt Thomas Ullrich, Vorstandsmitglied der DZ Bank.


Frau am Notebook im CafeOnline einkaufen: Mit paydirekt soll das für Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken ab November besonders einfach und sicher möglich sein.



Profil: Herr Ullrich, welche Ziele verfolgt die genossenschaftliche FinanzGruppe mit der Einführung von paydirekt?

Thomas Ullrich: Wir alle bemerken es immer deutlicher, dass die Digitalisierung voranschreitet und dabei viele Geschäftsbereiche verändert und beeinflusst. Smartphone­-Apps bieten schon jetzt Dienstleistungen im Zahlungsverkehr an, ohne dass eine Bank im Hintergrund notwendig wäre. Wir sehen die Einführung von paydirekt als einen wichtigen Einstieg in den notwendigen Perspektivwechsel im Zahlungsverkehr. Denn ein wesentlicher Vorteil von paydirekt liegt darin, dass es das einfache und sichere Bezahlen mit dem Bankkonto ohne Umwege über Dritte ermöglicht. Durch seine flexiblen Weiterentwicklungsmöglichkeiten erweitert paydirekt nicht nur das Produktportfolio der Volksbanken und Raiffeisenbanken im E-­Commerce-­Sektor, sondern bildet bereits eine ausbaufähige Basis für das mobile Bezahlen. Auch weitere übergreifende digitale Bezahlangebote sind in Zukunft mit dieser Plattform vorstellbar.

Profil: Wettbewerber wie Paypal sind schon deutlich länger am Markt. Welchen Mehrwert bietet paydirekt Verbrauchern und Händlern?

Ullrich: Der direkte Bezug zum Girokonto verschafft paydirekt einen Vorsprung gegenüber den bereits etablierten Online­-Bezahlsystemen. Damit einher gehen Sicherheit, Datenschutz und Transparenz, aber auch Käuferschutz und Händlergarantie. Vielen Kunden ist Online­-Bezahlen zu unsicher. paydirekt gibt auch dieser Kundengruppe ein gutes und sicheres Gefühl beim Online­-Bezahlen, weil es das eigene Girokonto im Hintergrund nutzt – von der Bank in bewährter Form abgesichert. paydirekt verkauft nicht die Warenkorb-­Daten der Kunden. Auch die Kontodaten bleiben in der Bank. Die Server und die Datenströme laufen ausschließlich in Deutschland. So sind Sicherheit, Datenschutz und Transparenz der Bezahlvorgänge garantiert durch deutsche Normen und Regularien. Und der echte Mehrwert gegenüber bereits etablierten Bezahlverfahren liegt im konsequenten Käuferschutz und der Händlergarantie. Weil die Zahlungen per Einzug über das Konto laufen, kann die Bank den eingezahlten Betrag später noch zurückholen, falls die Ware nicht geliefert wird. Aber auch der Händler hat die Gewissheit, dass beim Kunden genug Geld auf dem Konto ist, sonst wird die Zahlung gar nicht erst ausgelöst.

Profil: Wie schätzen Sie das Kundenpotenzial von paydirekt ein?
 
Thomas Ullrich. Foto: DZ BankUllrich: Für die Volksbanken und Raiffeisenbanken hat paydirekt ein großes Kundenpotenzial. Laut einer aktuellen Umfrage nehmen rund 37 Millionen Bankkunden am Online-Banking teil und sind damit onlinefähig – übrigens eine wichtige Voraussetzung für die Anmeldung bei paydirekt. Wenn wir davon – und wir kennen ja einen großen Teil dieser Kunden – nur die Hälfte erreichen, wäre das allein für die genossenschaftliche FinanzGruppe schon eine gewaltige Zahl. Zudem werden wir viele Kunden überzeugen können, die bislang das Internetbezahlen als zu unsicher eingestuft haben. Wie viele es am Ende machen, kann ich natürlich nicht sagen.

Thomas Ullrich. Foto: DZ Bank


Das vollständige Interview ist in der Juli-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.