„Edelgrün“: Premiummarke für Trockenfutter

Ein Qualitätsprodukt für Kuh und Pferd

14.03.2016

Den Futtertrocknern machen Billigimporte zu schaffen. Um dem Preiswettbewerb zu entgehen, setzt die Futtertrocknung Lamerdingen eG auf Qualität. Mit anderen Genossenschaften hat sie die Marke „Edelgrün“ aufgebaut und sagt dem Wettbewerb den Kampf an.

Mitarbeiter der Futtertrocknung Lamerdingen eG.
Stolz auf ihr „Edelgrün“: Mitarbeiter der Futtertrocknung Lamerdingen eG um Geschäftsführer Matthias Vögele (8.v.re.).



Fast 700 Landwirte sind Mitglied bei der Futtertrocknung La­merdingen eG, seit Jahren werden es mehr. Aus ihren Feldfrüchten produziert die Genossenschaft mit knapp 50 Mitarbei­tern rund 2.000 Tonnen Trockengut im Jahr. Hauptsächlich kommt Wiesengras in die Öfen, aber auch Mais, Soja, Ge­treide oder Luzerne werden in Lamer­dingen verarbeitet.

Die Genossenschaft vermarktet außerdem die Pro­duktionsüberschüsse ihrer Mitglieder. Diese entstehen, wenn sie mehr Rohstoffe abliefern, als sie nutzen können. Die Futtertrocknung lagert die Übermengen zunächst ein und verkauft sie in der kalten Jahreszeit weiter. Mit diesem Geschäftsmodell verdient die Genossenschaft Geld. Das ist nicht unbedingt typisch: Manchen Trocknungsunternehmen in Deutsch­land geht es finanziell schlecht, einige mussten ihren Betrieb zuletzt einstellen. Seitdem die EU-­Beihilfen im Jahr 2012 weggefallen sind, machen ihnen billige Importe Konkurrenz. Denn in vielen Ländern wie etwa Frankreich erhalten Trocknungsbetriebe noch staatliche Sub­ventionen. Für deutsche Agrarbetriebe ist es daher preisgünstiger, das Futter aus dem Ausland einzuführen.

Viele Trocknungen gehen mittlerweile neue Wege. Sie versuchen, den höheren Preis mit Zusatzleistungen und einer besseren Produktqualität wettzumachen. Die Futtertrocknung Lamerdingen hat in dieser Hinsicht Pionierarbeit geleistet: „Wir bieten im Vergleich zur Import­ware ein hochwertigeres Produkt an. Das haben wir testen lassen“, sagt Ge­schäftsführer Matthias Vögele. Die Herausforde­rung sei es, die Landwirte davon zu über­zeugen, auf Qualität zu setzen.

Gemeinsame Vermarktung unter dem Markennamen „Edelgrün“


Dabei hilft die Trockengrün Marketing eG. Vögele ist deren Vorstandsvorsitzen­der. Neben der Futtertrocknung Lamer­dingen sind auch die Futtertrocknung Altenstadt eG, die Trocknungswerk Donaualtheim eG, die Trocknungsge­nossenschaft Geiselharz, die Raiffeisen-­Trocknungsgenossenschaft Münchberg und Umgebung, die Raiffeisen-­Trock­nungsgenossenschaft Prebitz und die Trocknungsgemeinschaft Wechingen eG Mitglied. Die 2009 gegründete Trockengrün Marketing hat sich zum Ziel ge­setzt, Wiesengras als hochwertiges Kraft­futter zu etablieren. „Wir wollen, dass Landwirte ihr Produkt bei den beteilig­ten Genossenschaften veredeln lassen“, erklärt Vögele. Die fertigen Erzeugnisse werden unter dem Markennamen „Edel­grün“ vermarktet.

Aber nicht nur im Verbund, auch selbstständig versucht die Futtertrock­nung Lamerdingen durch Veranstaltun­gen ihre Attraktivität zu steigern. So or­ganisiert die eG immer im Februar eine Rinder­- und Milchfachtagung. Auf der können Landwirte in den Räumen der Trocknungsgenossenschaft Vorträge hö­ren und mit Kollegen diskutieren. In die­sem Jahr ging es um die Marktchancen von Heumilch. Die Ta­gung bietet Vögele die Möglichkeit, den Betrieb zu zeigen und mit Landwirten in Kontakt zu treten, die noch nicht Mit­glied bei der Genossenschaft sind.

Auch die neuen Medien weiß die Fut­tertrocknung Lamerdingen längst für sich zu nutzen. So präsentiert sich die eG unter anderem auf Facebook und mit ei­ner eigenen Webseite. Nächster Schritt ist die Digitalisierung der Produktionssteue­rung. Zwar sei das Produktionsverfahren ausgereift und lasse wenig Raum für Ver­besserungen, so der Geschäftsführer. Doch die Betriebsabläufe ließen sich mit ausreichend Datenmaterial durch die Landwirte noch optimieren. So könne die Ertragsschätzung optimiert werden, um die Logistik zu verbessern oder die Kapazitäten gerechter zu verteilen. In letzter Konsequenz kommt das auch den Kühen zugute, die sich dann schnellstmöglich die nährstoffreichen Cobs und Ballen schmecken lassen kön­nen.


Der vollständige Artikel ist in der März-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.


Impressionen von der Futtertrocknung Lamerdingen