Eigenkapitalanforderungen

IW Köln: Regulierung stärker an Risiken ausrichten

14.09.2015

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) fordert ein besser ausbalanciertes Regulierungssystem für die Finanzbranche. Es sollten nicht länger alle Banken gleich behandelt werden, heißt es in einer aktuellen IW-Pressemitteilung. Unterschiedliche Geschäftsmodelle von Kreditinstituten brächten auch unterschiedliche Risiken mit sich. Darauf weist der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) bereits seit Längerem hin.

„Jene Institute, die sich auf die Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie auf die langfristige Kreditfinanzierung spezialisiert haben, sind weniger gefährdet als Banken, die hochriskant investieren“, betont das Institut. Diese unterschiedlichen Risiken sollten sich deshalb auch in den Anforderungen an das Eigenkapital widerspiegeln.

Denn nur Banken, die mit hohem Risiko agieren, könnten in absehbarer Zeit das geforderte Eigenkapital erwirtschaften. Hingegen bleibe sicherheitsorientierten Geldhäusern häufig nichts anderes übrig, als weniger Kredite zu vergeben. „Sie erfüllen also die geforderte Eigenkapitalquote, indem sie ihre Bilanz verkürzen“, stellt IW-Finanzexpertin Heide Haas fest. Das lähme den Kreditmarkt.