Einführung der LCR-Quote als verbindliche Kennzahl erst mit Inkrafttreten der neuen Meldebögen

15.02.2016

Ausgangslage


Die Liquiditätskennziffer LCR mit ihren möglichen Einzelpositionen wird bereits seit vergangenem Jahr auf Basis der europäischen Eigenkapitalverordnung CRR monatlich gemeldet (Beobachtungsphase). Zum 1. Oktober 2015 ist die LCR verbindlich als einzuhaltende Kennzahl in Kraft getreten. Nach einer anfänglichen Übergangsquote von 60% im Jahr 2015 wird sie voraussichtlich bis zum 1. Januar 2018 stufenweise auf 100% erhöht. Neben der Meldung besteht seit Oktober 2015 des Weiteren die Verpflichtung der jederzeitigen Einhaltung der Kennzahl für die Banken. Zudem müssen seit Oktober 2015 neben den Bestimmungen der CRR die Regelungen der delegierten Verordnung zur LCR vom 10. Oktober 2014 angewendet werden.

Problem


Die zur Abbildung der einzelnen Meldepositionen und zur Berechnung der Kennzahl dringend erforderlichen neuen, auf die Regelungen der delegierten Verordnung abgestimmten Meldebögen sind derzeit noch nicht von der EU-Kommission verabschiedet. Die Aufsicht geht davon aus, dass die Meldebögen frühestens im Mai dieses Jahres in Kraft treten. Die für die bayerischen Kreditgenossenschaften zuständige Rechenzentrale wird die neuen Meldebögen deshalb voraussichtlich auch erst bis Mai 2016 umsetzen. Im Zeitraum Oktober 2015 bis Mai 2016 kann somit lediglich eine Meldung auf Basis der bisherigen Meldebögen (ohne konkrete Berechnungsmethode) erfolgen. Die Banken haben demnach einen erheblichen manuellen Befüllungsaufwand für die Meldung bis Mai 2016 und können die Kennzahl überdies lediglich über ein vom Bundesverband BVR zur Verfügung gestelltes Excel-Tool annähernd berechnen. Die Sicherstellung der jederzeitigen Einhaltung dieser prüfungsrelevanten Kennzahl über ein manuell zu befüllendes Excel-Tool ist nicht zielführend. Auch ist die ebenfalls aufsichtsrechtlich geforderte Planung der LCR auf Basis überholter Rechtsgrundlagen aussagelos.

Lösung


Eine ähnliche Problematik hat sich bei der Leverage Ratio gestellt. Hier wurde den Banken gestattet, noch auf Basis des alten Durchführungsstandards zu melden, bis der neue Meldebogen in Kraft tritt. Im Fall der LCR enthält der neue Meldebogen nicht nur gravierende neue fachliche Definitionen, sondern insbesondere die Möglichkeit einer Berechnung und damit die Basis für die jederzeitige Beobachtung und Einhaltung. Eine provisorische Interimslösung auf Excel-Basis ist nicht nur mit hohem Kapazitätsaufwand verbunden, sondern auch fehleranfällig. Zielführender wäre es, wenn die Banken bis zum Inkrafttreten der neuen Meldebögen weiterhin eine bloße Meldung auf Basis der aktuellen Meldebögen abgeben und auf die jederzeitige Berechnung und Überwachung verzichten können.