Einkauf der Reisemobilhersteller eG

Die Nürnberger Genossenschaft EdR macht aus 22 Einzelkämpfern Verbündete.


Die Einkauf der Reisemobilhersteller eG auf einer Messe


Bayerisch, aber bundesweit aktiv: Die Einkauf der Reisemobilhersteller eG in Nürnberg, kurz EdR, vereint 22 Reisemobilhersteller. Diese sind über ganz Deutschland verteilt – von Oberpframmern in Bayern bis Henstedt-Ulzburg in Schleswig-Holstein. Hauptanliegen der EdR ist es, den Einkauf der Mitglieder zu bündeln, damit diese auf dem stark umkämpften Markt leichter bestehen können.

Nachdem eine Zusammenarbeit in Form einer GmbH scheiterte, entschieden sich die Wohnmobilhersteller Ende 2011 für die Genossenschaft. Der Vorteil der Rechtsform: „Jeder darf mitlenken und ist gleichberechtigt“, so Karla Dolleschel, die Vorstandsvorsitzende der EdR. Aufgenommen werden nur Wohnmobilhersteller, keine reinen Händler.

„Wir wollen langsam, aber stetig wachsen“, so Dolleschel. Sie koordiniert den Einkauf und führt die Konditionsverhandlungen mit den Lieferanten. Das beginnt bei den Fahrzeugen und geht bis zu den Ausbauteilen, wie Kühlschränken und Kochern. Die Hersteller erhoffen sich Preisnachlässe und Wettbewerbsvorteile.

Um die neuesten Highlights der Hersteller auf dem Markt bekannt zu machen, ist Dolleschel oft auf Achse. Sie organisiert die Teilnahme der Unternehmer an Messen. Anzutreffen sind die Wohnmobilbauer zum Beispiel auf dem Caravan Salon in Düsseldorf, der weltweit größten Messe der Branche. Jeder Hersteller hat seinen eigenen Stand. „Unsere Mitglieder bleiben untereinander Wettbewerber. Daher ist uns wichtig, dass jeder autark ist“, so die Vorstandsvorsitzende.

Während man sich früher auf der Messe übers Wetter unterhielt, lernen die Unternehmer durch den fachlichen Austausch heute immer mehr das Netzwerk der EdR zu schätzen. Dies ist auch ein Plus für den Endverbraucher. Bei einer Havarie kann er auf das von Nord nach Süd bestehende Servicenetz zurückgreifen. Er wendet sich an seinen Hersteller, der Kontakt mit der dem Kunden nächstgelegenen Werkstatt eines anderen EdR-Mitglieds aufnimmt. So werden Reisende nicht unnötig aufgehalten und können ihre mobile Freizeit genießen.