Ende der Sepa-Übergangsfrist

Die BLZ hat bald ausgedient

26.03.2015

Zum 1. Februar 2016 laufen die Übergangsbestimmungen der Sepa­Verordnung aus. Ab dann gilt der einheitliche Euro­Zahlungsverkehrsraum ohne Wenn und Aber. Was ändert sich für Kunden und Kreditinstitute? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Sepa-Überweisungsschein: Ab 1. Februar 2016 gelten die neuen Zahlungsmodalitäten ohne Wenn und Aber. Sepa-Überweisungsschein: Ab 1. Februar 2016 gelten die neuen Zahlungsmodalitäten ohne Wenn und Aber.



Was wird beim Einkaufen anders?

Mit dem Auslaufen der Übergangsfrist wird das Elektronische Lastschriftver­fahren (ELV) eingestellt, auch „Giro­karte ohne PIN“ genannt. Bei diesem Verfahren können Kunden bislang zum Beispiel an der Supermarktkasse mit ih­rer Girokarte und ihrer Unterschrift be­zahlen. In Deutschland dürfte sich die Umstellung laut Nils Brinkhoff von der DZ Bank aber kaum bemerkbar ma­chen, weil es Aufgabe des Händlers sei, Sepa-­konforme Lösungen anzubieten. Außerdem gebe es längst viele etablierte Alternativen zum ELV, etwa bezahlen mit Bankkarte und PIN.

Was ändert sich bei Überweisungen?

Ab 1. Februar 2016 können Kunden endgültig nicht mehr mit der vor 2014 üblichen Kombination aus Kontonummer und Bankleitzahl Überweisungen in Auftrag geben. Kontonummer und BLZ werden momentan noch von vielen Banken kos­tenlos in die IBAN umgewandelt. Statt­dessen wird dann nur noch die interna­tionale Kontokennung IBAN akzeptiert.

Ist die Umstellung auf IBAN abgeschlossen?

Wenngleich die Umstellung auf die IBAN noch nicht vollständig vollzogen ist, sei die Akzeptanz doch hoch, so Brinkhoff. „Mehr als 80 Prozent der Überweisungsaufträge der Privatkunden werden in der genossenschaftlichen Fi­nanzGruppe schon mit der IBAN erteilt.“ Gleichzeitig würden sowohl die Banken als auch die großen Rechnungsversender an einer besseren optischen Aufberei­tung der IBAN arbeiten. So wird über­legt, die IBAN in Blocks zu je vier Zif­fern übersichtlicher zu gestalten. Dies würde die Nutzungsquote der IBAN nochmals erhöhen, ist Brinkhoff über­zeugt.

Die Sepa-­Einführung 2014 hakte, weil man­che Vereine und Firmen ihre Buchhaltung nicht rechtzeitig umgestellt hatten. Wird es auch 2016 Schwierigkeiten geben?

Ganz klar "nein", sagt die Deutsche Bun­desbank. „Diese Probleme sind nicht mehr aktuell, denn die Sepa-Umstellung bei Vereinen, Firmen und Institutionen ist letztlich reibungslos verlaufen und so­mit abgeschlossen.“

Welche Änderungen gibt es für Banken?

Durch den Wegfall des Elektronischen Lastschriftverfahrens und der sich dann anschließenden Umstellung der Scheck­verarbeitung auf das XML­-Format ist ein Weiterbetrieb des bisherigen DTA­Verfahrens („Datenträgeraustausch“) ab Februar 2016 nicht mehr erforderlich. Somit können die Banken ab 2016 die ersten Altsysteme abschalten. Beim DTA-­Verfahren werden Zahlungsverkehrsdaten beleglos per Datenträger zwischen den jeweiligen Kreditinstituten und deren Firmenkunden übertragen.

Wird es den BIC weiter geben?

Für Sepa-­Zahlungsaufträge im Euro­-Währungsraum ist die IBAN künftig ausreichend. Die Banken müssen die IBAN als ausschließliche Kundenken­nung auch für Zahlungen außerhalb Deutschlands akzeptieren, sagt DZ Bank-Experte Brink­hoff. Innerhalb der Eurozone ist dann der BIC (Business Identifier Code) nicht mehr erforderlich. Gleichwohl sei dieser im weiteren Zahlungsprozess durch die Bank zuzusteuern, da im Interbankenverkehr der BIC das „Sortierkriterium“ für Zahlungsaufträge darstelle. Zudem werde der BIC auch weiterhin für den Zahlungsverkehr außerhalb des Euro-Währungsraums benötigt.

Wo gibt es derzeit noch Handlungsbedarf bei Sepa?

Das Hauptaugenmerk liegt derzeit auf der Ablösung der Altformate zur Konto­information und zur Sammlerauflösung. Zudem unterlägen die Sepa­-Zahlverfah­ren einer ständigen Weiterentwicklung und Optimierung, sagt Brinkhoff. „Neue Services, geän­derte Prozesse und Gestaltungsoptionen bedürfen einer konstruktiven wie kriti­schen Betrachtung. Hier sind wir gefor­dert und werden immer wieder über Neuerungen berichten.“

Zeigen die Kunden im Umgang mit Sepa noch Unsicherheiten?

Sepa habe sich in der Zwischenzeit ein­geschwungen, sagt Brinkhoff. Dazu habe auch eine umfassende mediale, aber auch persönliche Kommunikation beige­tragen, wie sie gerade die Volksbanken und Raiffeisenbanken schon traditionell mit ihren Kunden pflegen. Unsicherhei­ten gebe es vereinzelt noch bei R­-Trans­aktionen, also Rücküberweisungen und Rücklastschriften. Hier sei die Verwen­dung von Kodierungen oftmals missver­ständlich. Auch seien die unter Sepa ver­wendeten Terminologien noch nicht in allen Köpfen angekommen.


Der Beitrag ist in der März-Ausgabe von "Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt" erschienen.


Weitere Informationen

Infoportal der Deutschen Bundesbank zu Sepa