Energiewende

Genossenschaften steigern Akzeptanz

09.01.2014

Bayerns Energieministerin Ilse Aigner spricht im Interview über die Rolle von Genossenschaften bei der Energiewende. Die Politikerin erklärt, wie die Rechtsform es möglich macht, Bayerns Bürger an der Energieversorgung zu beteiligen.


Zupacken für die Energiewende: Ilse Aigner (Mitte) beim Spatenstich des neuen „Centrum für Energiespeicherung“ in Straubing.

Zupacken für die Energiewende: Ilse Aigner (Mitte) beim Spatenstich des neuen „Centrum für Energiespeicherung“ in Straubing.


Profil: Frau Aigner, welche Rolle spielt eine dezentrale Energieerzeugung, zum Beispiel durch Genossenschaften, im Energiekonzept der Staatsregierung?

Ilse Aigner:
Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieerzeugung wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Das bedeutet einen erheblichen Strukturwandel. Die Energieversorgung wird dezentraler. Als Energieversorger engagieren sich neben den etablierten Unternehmen zunehmend Kommunen, kommunale und mittelständische Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger. Genossenschaftliche Beteiligungsformen sind für dieses Engagement eine gute Rechtsform. Sie können einen Beitrag dazu leisten, dass insbesondere im ländlichen Raum die Bürgerinnen und Bürger in die Energieversorgung eingebunden werden und somit an der Energiewende teilhaben. Dies steigert die Akzeptanz und die Wertschöpfung bleibt in den Regionen.


Profil: Die Deutschen begrüßen mehrheitlich die Energiewende. Mit Windrädern im Nachbargarten oder einem Pumpkraftwerk nahe ihrer Wanderroute tun sie sich dagegen schwer. Wie kann man die Akzeptanz für wichtige Energieprojekte steigern?

Bayerns Energieministerin Ilse AignerAigner: Der Umbau der Energieversorgung wird Bayern merklich verändern, die Energieinfrastruktureinrichtungen werden sichtbarer sein als in der Vergangenheit. Ich habe großes Verständnis, dass sich die betroffenen Menschen über die Veränderungen vor Ort Gedanken machen. Aber nur gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern wird der Einstieg in ein neues Energiezeitalter gut gelingen. Und hierfür brauchen wir Akzeptanz. Wir müssen die Menschen in Bayern über den Umbau der Energieversorgung und die Zusammenhänge informieren. Nur wer versteht, wie und warumsich sein Umfeld ändert, kann auch Verständnis für diese Veränderungen entwickeln. Außerdem müssen wir die Menschen frühzeitig in die Planungsprozesse mit einbinden und ihnen die Möglichkeit geben, sich aktiv einzubringen. Akzeptanz kann auch durch die finanzielle Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Anlagen vor Ort geschaffen werden. Wir wollen die Menschen daher motivieren, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Die Broschüre „EnergieGewinner!“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums erklärt, wie sich die Bürger konkret an Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie beteiligen können.


Das gesamte Interview mit Ilse Aigner lesen Sie in der Januar-Ausgabe von "Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt"