Entscheidung des EZB-Rats

Götzl sieht Staatsanleihenkäufe skeptisch

22.01.2015

Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), sieht das vom EZB-Rat heute beschlossene milliardenschwere Programm über Staatsanleihenkäufe mit Skepsis. Er fürchtet, dass durch die Erleichterung der Staatsfinanzierung der Reformdruck in überschuldeten Euro-Staaten abnimmt - zu Lasten der Steuerzahler in Europa.


Das EZB-Gebäude am Ufer des Mains in Frankfurt. Foto: Panthermedia / gertecdesignDas EZB-Gebäude am Ufer des Mains in Frankfurt. Foto: Panthermedia / gertecdesign


„Ich bezweifele, dass dieser folgenschwere Schritt in der gegenwärtigen Situation angemessen ist“, erklärte Götzl in einer GVB-Pressemitteilung. Er verweist auf die umfangreichen von der EZB beschlossenen Maßnahmen vom vergangenen Herbst, deren Wirkung sich erst langsam entfalteten.

Die derzeit niedrigen Inflationsraten im Euroraum hätten ebenfalls keinen geldpolitischen Handlungsbedarf erzeugt. Die tendenziell rückläufige Preisentwicklung werde vom massiven Verfall der Energiepreise geprägt. Rechne man diese Effekte heraus, so Götzl, steige das Preisniveau sogar in moderatem Tempo. Zudem sei für die Zukunft mit positiven Inflationsraten zu rechnen.

Als problematisch erachtet der GVB-Präsident, dass durch das Ankaufprogramm die Finanzierung von Staatsaussgaben erleichtert wird. Notwendige Strukturmaßnahmen dürften nicht verschleppt werden. Götzl: "Geldpolitische Maßnahmen der EZB sind keine Lösung, sondern im Gegenteil ein Beitrag dazu, bestehende Situationen zu verfestigen - zulasten der Steuerzahler in Europa."


Weitere Informationen

Pressemitteilung des GVB: Stephan Götzl zur Entscheidung des EZB-Rats, künftig Staatsanleihen anzukaufen