Ernst Kick, Vorstandsvorsitzender der Spielwarenmesse eG, im Interview

„Nachhaltigkeit tangiert die komplette Gesellschaft“

29.01.2020

Am 29. Januar 2020 öffnet die Spielwarenmesse in Nürnberg zum 71. Mal ihre Pforten. Dominiert wird die diesjährige Messe von einem globalen Thema: Nachhaltigkeit. Im Interview erklärt Ernst Kick, Vorstandsvorsitzender der Spielwarenmesse eG, wie die Genossenschaft in Zeiten der Globalisierung Tradition und Moderne verbindet und Nachhaltigkeit auf der Messe erlebbar macht.


„Nachhaltigkeit tangiert die komplette Gesellschaft“ sagt Ernst Kick, Vorstandsvorsitzender der Spielwarenmesse eG, im Interview zum Auftakt der Spielwarenmesse 2020 in Nürnberg (Bild: Spielwarenmesse eG/Alex Schelbert).

Herr Kick, die Spielwarenmesse feierte 2019 ihren siebzigsten Geburtstag. Zudem haben Sie im selben Jahr die Vertragsverlängerung mit der Messe Nürnberg bis 2028 verkündet. Was macht die Spielwarenmesse so erfolgreich?

Ernst Kick: Der Erfolg der Spielwarenmesse basiert auf mehreren Säulen. Wir arbeiten immer eineinhalb Jahre im Voraus an der nächsten Veranstaltung und haben dabei die weltweite Marktentwicklung im Blick. Wir agieren international und sehen uns auch als Marketing- und Dienstleistungsunternehmen. In Zeiten der Digitalisierung ist es wichtiger denn je, global und vorausschauend zu denken. Unser langjähriges Know-how und die Power der Mitarbeiter für ihre Projekte tragen zu einem beständigen Erfolg bei. Natürlich darf die Stärke des Standorts und der Tradition nicht unterschätzt werden, weshalb wir den Vertrag mit der NürnbergMesse erneut verlängert haben.

Nachhaltig ist aber nicht nur die Beziehung zwischen der Spielwarenmesse und der NürnbergMesse. Das Thema ist mittlerweile auch bei den Spielwaren angekommen. Wie sehen Sie die Spielwarenwelt unter diesen Aspekten?

Kick: Das Thema Nachhaltigkeit tangiert die komplette Gesellschaft und reicht weit über den Produktbereich hinaus. Die Industrie ist gefragt und muss die Auswahl der Materialien, die Produktionsbedingungen, aber auch die Produktionswege langfristig überdenken und entsprechend anpassen.

Und wie begegnet die Spielwarenmesse selbst diesem Trend?

Kick: Unser Trend „Toys for Future“ belegt, welchen internationalen Stellenwert das Thema einnimmt und wird anhand von Produktbeispielen auf der Spielwarenmesse erlebbar. Zudem finden während der Messelaufzeit zahlreiche Vorträge und ein Seminar zu Nachhaltigkeit im Spielwarenbereich statt.

Dort wird bestimmt auch Verpackungsmaterial in Zeiten von Nachhaltigkeit diskutiert. Hat sich die Haltung der Hersteller hierzu in den vergangenen Jahren verändert?

Kick: Verpackungsmaterial spielt im Spielwarenbereich eine wichtige Rolle. Endverbraucher tendieren zunehmend zu nachhaltigen Verpackungen. Aus diesem Grund setzen sich auch Unternehmen, die zukunftsorientiert handeln und wettbewerbsfähig bleiben möchten, immer stärker mit diesem Bereich der Nachhaltigkeit auseinander. Der Optimierungsprozess, alternative Verpackungsmaterialien zu nutzen, ist in vollem Gange und wird auch von den Branchenverbänden aktiv unterstützt.

Vielen Dank für das Interview.

Die Spielwarenmesse Nürnberg in Zahlen (Stand 2019):



  • 2.886 Aussteller aus 68 Ländern
  • davon 831 Aussteller, die auf keiner anderen Messe vertreten sind
  • Aussteller International 2.203 (76,3 Prozent Anteil)
  • 67.000 Besucher aus 132 Ländern
  • Eine Million Produkte
  • 120.000 Neuheiten
  • 170.000 m² Ausstellungsfläche