EU-Kommission überprüft „Mittelstandsfaktor“

Investitionsbereitschaft der Unternehmen weiter fördern

04.11.2015

 

München, 4. November 2015 – Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken wollen die wachsende Investitionsbereitschaft der mittelständischen Unternehmen durch die Vergabe von Krediten weiter fördern. Sie sprechen sich deshalb gegen die mögliche Abschaffung des „Mittelstandsfaktors“ aus, der im Jahr 2016 von der EU-Kommission auf den Prüfstand gestellt wird. Die Folge wären deutlich höhere Finanzierungskosten für die Betriebe.

„Brüssel sollte sich nicht nur für starke Kapitalmärkte einsetzen, sondern auch für die Belange der mittelständischen Unternehmen“, so Jürgen Gros, Mitglied des Vorstands beim Genossenschaftsverband Bayern (GVB). Er knüpfte dabei an die heutige Rede von EU-Kommissar Jonathan Hill in Frankfurt während des EZB-Forums zur Bankenaufsicht an. Gros tritt für den Erhalt des Mittelstandsfaktor ein, der eine reduzierte Eigenkapitalhinterlegung von Darlehen an Firmen erlaubt. Gros: „Kleine und mittlere Betriebe sind nicht kapitalmarktorientiert, sie wollen einen unkomplizierten Zugang zu Bankkrediten.“

Der Mittelstandsfaktor wurde bei der Umsetzung von Basel III eingeführt, steht aber unter Prüfungsvorbehalt durch die EU-Kommission bis zur Jahresmitte 2016. Würde der Faktor abgeschafft, stiegen die Eigenkapitalanforderungen um mehr als 30 Prozent – mit negativen Konsequenzen für das Angebot und die Konditionen von Krediten. „Das käme einer Vollbremsung für die Investitionstätigkeit der Wirtschaft gleich“, so Gros.