Europäische Bankenaufsicht fordert Aufbau einer EU-Abwicklungsbank

Gros: Mehr Eigenverantwortung statt europäischer „Bad Bank“

16.02.2017

 

München, 14. Februar 2017 – Der dringend notwendige Abbau fauler Kredite in den Büchern vieler südeuropäischer Banken darf nicht auf Kosten der Steuerzahler anderer Länder erfolgen. Dafür spricht sich Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), aus. Den Vorschlag der europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA, eine EU-weit tätige Abwicklungsbank („Bad Bank“) für ausfallgefährdete Kreditengagements aufzubauen, sieht Gros kritisch. Er warnt vor einer Vergemeinschaftung von Risiken und fordert Lösungen auf nationaler Ebene.

„Wer Risiken eingeht, muss diese Risiken auch tragen. Dieser Grundsatz muss für alle Banken in Europa gelten“, stellt Gros klar. Es sei keine akzeptable Lösung, den Berg fauler Kredite einfach der Gemeinschaft vor die Türe zu kippen. Gros weiter: „Warum sollte ein Staat für unsolide Banken in einem anderen Staat haften? Es sind eigenverantwortliche Lösungen in den EU-Mitgliedsländern gefragt. Solange die nicht gefunden werden, verbietet sich auch die Diskussion über das Teilen von Risiken in Form einer europäischen Einlagensicherung. Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken unterstützen deshalb die ablehnende Haltung der Bundesregierung zu den EBA-Vorschlägen für eine EU-Abwicklungsbank.“