Fall Bankia

Undifferenzierte Bankenaufsicht schadet Finanzmarktstabilität

07.03.2014

Der Fall des 2012 verstaatlichen spanischen Geldhauses Bankia ist Gegenstand einer Studie der Universität Hohenheim. Das Ergebnis: Eine einheitliche europäische Bankenaufsicht hätte eine solche Situation nicht verhindert. Vielmehr schade sie kleinen, dezentral organisierten Banken.


Die Autoren der Studie, Professor Hans-Peter Burghof und Jan Müller vom Lehrstuhl für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen, untersuchten die Situation der Bankenaufsicht und -regulierung in Deutschland und in Spanien. Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass die Schieflage der Bankia durch Missstände im Bankensystem Spaniens und dessen Aufsicht bedingt war. Diese und weitere Unterschiede zur Situation in Deutschland machten es nach ihrer Ansicht riskant, beide Systeme unter eine einheitliche Bankenaufsicht zu stellen. Eine undifferenzierte Harmonisierung der europäischen Bankenaufsicht auf europäischer Ebene führe zu eine Verschlechterung der Finanzmarktstabilität, so die Autoren.

Die Studie steht zum Download in deutscher und englischer Fassung zur Verfügung. Sie wurde erstellt im Auftrag der regionalen Prüfungsverbände Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband (BWGV), Genossenschaftsverband (GV), Genossenschaftsverband Bayern (GVB), Genossenschaftsverband Weser-Ems (GVWE) und Rheinisch-Westfälischer Genossenschaftsverband (RWGV).