Gemeinsam eG

Genossenschaftlich gegen den demografischen Wandel

23.06.2014

Die "Gemeinsam eG - Sozialgenossenschaft im Landkreis Regensburg" will den ländlichen Raum in der südlichen Oberpfalz wieder attraktiv machen. Dafür sollen unter anderem bald Sozial-Scouts im Regensburger Umland unterwegs sein.

Ernst Karosser (li.) und GVB-Gründungsberater Wolfdieter von Trotha (Mitte) erläutern Bayerns Sozialministerin Emilia Müller das Konzept der Gemeinsam eG und die Pläne für die Zukunft.Ernst Karosser (li.) und GVB-Gründungsberater Wolfdieter von Trotha (Mitte) erläutern Bayerns Sozialministerin Emilia Müller das Konzept der Gemeinsam eG und die Pläne für die Zukunft.


Der demografische Wandel und die weiter voranschreitende Verstädterung verändern den ländlichen Raum. Die Menschen werden älter und weniger. Auf dem Land drohen der Abbau von Infrastruktur und die Schließung von Freizeit- und Kulturzentren. Gleichzeitig wächst der Bedarf an pflege- und altersgerechten Wohneinrichtungen.

Die Alterung der Bevölkerung ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und erfordert das Engagement aller Betroffenen. Davon jedenfalls sind die Gründer der „Gemeinsam eG – Sozialgenossenschaft im Landkreis Regensburg“ überzeugt. Das Ziel ihrer vom Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration geförderten Genossenschaft ist, die Attraktivität des ländlichen Raums in der südlichen Oberpfalz zu verbessern – und zwar durch bürgerschaftliche Selbsthilfe.

„Die Gemeinsam eG möchte den ländlichen Raum stärken, indem sie die Infrastruktur der Menschen im Regensburger Umland verbessert“, erklärt Ernst Karosser, eines der Gründungsmitglieder der neuen Genossenschaft. „Zu den Bereichen, in denen wir aktiv werden wollen, zählen unter anderem Mobilität, Gesundheit, Pflege, Betreuung, Kunst und Kultur.“

Gemeinsam eG bildet „Sozial-Scouts“ für die Betreuung in der Fläche aus

Die Gemeinsam eG soll einerseits eigene Dienstleistungen anbieten, andererseits eine koordinierende Funktion übernehmen, indem sie bestehende Projekte vernetzt. Für solche Aufgaben beschäftigt sie eine Angestellte, Conny Will. Will fungiert als Schnittstelle zwischen Bürgern, Dienstleistern und Genossenschaft. Sie übernimmt zudem die kaufmännischen Tätigkeiten in der Genossenschaft und organisiert die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter.
Diese heißen „Sozial-Scouts“ und sind sozusagen der „lange Arm“ der Gemeinsam eG in der Fläche.

Der Sozial-Scout übernimmt zum Beispiel Arzt- und Einkaufsfahrten oder begleitet die Personen bei Behördengängen. „Er hilft aber auch bei konkreten Fragen, etwa wie das neue Telefon funktioniert oder wie man ein günstiges Bahnticket erhält und manchmal ist er einfach nur da und hat ein offenes Ohr“, so der Genossenschaftsgründer weiter.

Die „Kultur-Map“: Ein Projekt von Gemeinsam eG und Kulturnetz Regensburg eG

Momentan steht für die Gemeinsam eG neben der Mitarbeitersuche das Knüpfen eines Netzwerks weit oben auf der Prioritätenliste. In Kooperation mit der Genossenschaft „Kulturnetz Regensburg“ möchte man in Kürze eine sogenannte „Kultur-Map“ erstellen. Diese soll sämtliche Angebote im Geschäftsgebiet sammeln und die kulturelle Teilhabe älterer und weniger mobiler Menschen erleichtern. Schritt für Schritt wird so das Dienstleistungsangebot der Gemeinsam eG erweitert und gleichzeitig das Leben der Menschen verbessert.


Ausführliche Informationen zum Thema Sozialgenossenschaften hat der Genossenschaftsverband Bayern in der Broschüre „Für alle, die gemeinsam gestalten wollen – Genossenschaften“ zusammengestellt.