Genossenschaft als Unternehmensform

Ist die Rechtsform eG für mein Vorhaben geeignet?


Die Wahl der Rechtsform eines Unternehmens muss im Einklang mit den Interessen des bzw. der Firmengründer stehen. Wegen der Gestaltungsmöglichkeiten in den verschiedenen Unternehmensformen ist fachlicher Rat dringend zu empfehlen. Unsere Experten beraten umfassend über Möglichkeiten und Grenzen bei der Wahl der Rechtsform „eingetragene Genossenschaft“ (eG).

Finden Sie anhand nachfolgender Fragestellungen und Kernaussagen heraus, ob die eingetragene Genossenschaft Ihren Vorstellungen vom geplanten Unternehmen entspricht. 


Was zeichnet die Rechtsform der Genossenschaft grundsätzlich aus?


Genossenschaften dienen ihren Mitgliedern dazu, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Die Genossenschaft fördert ihre Mitglieder, indem sie Leistungen anbietet, die der Einzelne alleine nicht oder nur unter großem Aufwand erbringen kann – zum Beispiel die gemeinsame Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen.


Ich möchte mit einem Geschäftspartner eine Unternehmensidee verwirklichen. Ist dies als  Genossenschaft möglich?

Sofern Sie Ihre Idee lediglich zu zweit verwirklichen wollen, ist die Rechtsform der eG nicht geeignet. Die Gründung einer Genossenschaft setzt den Zusammenschluss von mindestens drei Mitgliedern voraus. Die Unternehmensidee kann dabei wirtschaftlicher, sozialer oder kultureller Art sein.


Der Einstieg in unser geplantes Unternehmen sollte möglichst unproblematisch sein. Wie sieht das bei der eG aus?

Die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft erfolgt einfach und unbürokratisch mittels Beitrittserklärung und Zustimmung durch den Vorstand.


Ist in einer Genossenschaft jede betriebliche Entscheidung mit den Mitgliedern, zum Beispiel in der Generalversammlung, zu diskutieren?


Nein. Die Verantwortung für die Organisation und Durchführung des operativen Geschäfts liegt beim Vorstand. Beschränkungen der Geschäftsführung sind in der Satzung oder der Geschäftsordnung zu regeln.


Die Kosten der Rechtsform spielen für uns eine entscheidende Rolle. Welche Kosten kommen mit der Wahl der Rechtsform eG auf uns zu?

Unabhängig von der Wahl der Rechtsform entstehen in der Gründungsphase eines Unterneh-mens Kosten für die Beratung und Hilfestellung in Sachfragen. So unterstützt der GVB zum Beispiel bei der Ausgestaltung der Satzung und ist bei der Erstellung eines Businessplans behilflich. Die Beratungskosten richten sich dabei nach Komplexität und Umfang des erteilten  Auftrags. Für Beratungsleistungen berechnet der GVB einen aktuellen Stundensatz von 131 Euro. Die Erstberatung ist kostenfrei.

Für den laufenden Geschäftsbetrieb leistet die Genossenschaft einen umsatzabhängigen  Mitgliedsbeitrag; in der Vielzahl der neu gegründeten Genossenschaften wird lediglich der Mindestbeitrag in Höhe von 210 € fällig.

Spätestens nach Ablauf von zwei Jahren ist eine gesetzliche Prüfung zwingend vorgeschrieben. Für Prüfungsleistungen stellt der GVB einen maximalen Stundensatz von 103,30 € in Rechnung.


Ist eine Genossenschaft genauso flexibel und handlungsfähig wie eine GmbH & Co. KG oder GmbH?

Ja, denn die Entscheidung zum laufenden Geschäftsbetrieb trifft der Vorstand, nicht die Vielzahl der Mitglieder. Die Entscheidung im Gesamt-Vorstand schützt wiederum vor Durchsetzung von Einzelinteressen.


Wie aufwendig ist der laufende Betrieb einer Genossenschaft im Vergleich zu anderen Rechtsformen?

Die Genossenschaft unterliegt den für alle Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen und steuerlichen Vorgaben. Ein Mehraufwand, insbesondere hinsichtlich der Rechnungslegung, ist deshalb nicht gegeben. Die notwendigen Dokumentationen der Beschlüsse von Vorstand oder Aufsichtsrat und die wiederkehrenden Berichterstattungen der Organe sorgen für Transparenz, fördern unternehmerische Entscheidungen und dienen letztlich dem Schutz der Mitglieder.


Ich übe eine selbstständige Tätigkeit aus. Verliere ich mit meiner Mitgliedschaft in einer Genossenschaft meine unternehmerische Selbstständigkeit?

Nein, ganz im Gegenteil: Mit der Genossenschaft kann jedes Mitglied seine Selbstständigkeit behalten. Die Tätigkeit der Genossenschaft lässt sich mit der Satzung auf einen bestimmten, von den Mitgliedern gewünschten Unternehmenszweck festlegen. Beispielhaft sei hier die gemeinsame Vermarktung von Produkten oder die Bündelung im Wareneinkauf genannt.


Können einer Genossenschaft auch Unternehmen beitreten?

Ja. In einer Genossenschaft können nicht nur natürliche Personen zusammenfinden. Unternehmen, Vereine, Kommunen – sie alle haben die Möglichkeit, eine Genossenschaft zu gründen oder sich einer Genossenschaft anzuschließen.


Wie haften die Mitglieder einer Genossenschaft?

Die Haftung der Mitglieder ist auf die Geschäftsanteile begrenzt. Das Genossenschaftsgesetz sieht grundsätzlich für den Fall einer Insolvenz die Möglichkeit einer Nachschusspflicht der Mitglieder vor. Die Nachschusspflicht ist in der Satzung festzulegen. Sie kann begrenzt oder auch ganz ausgeschlossen werden.