Genossenschaften pflegen die bayerische Braukunst

23.04.2019

Ihr Anteil am Bierabsatz mag überschaubar sein – die Bindung zu ihren Mitgliedern und Kunden ist dafür aber umso größer. 14 Brauereigenossenschaften gibt es in Bayern. Der GVB stellt die Unternehmen vor:


Präsentiertisch anlässlich des Jahrespressegesprächs der genossenschaftlichen Waren- und Dienstleistungsunternehmen in Bayern im April 2019.


Brauerei Hutthurm (gegründet: 1914)

Die Tradition der Brauerei Hutthurm lässt sich bis in das Jahr 1577 zurückverfolgen. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel entstand ein kommunales Unternehmen, das sich „Die Vereinigten Brauer von Hiatting“ nannte. 1914 erwarb die Raiffeisenbank in Hutthurm die Brauerei. Seitdem gehört das Unternehmen zur genossenschaftlichen Familie. Heute ist die Brauerei ein Betrieb der Raiffeisenbank i. Lkrs. Passau-Nord. Ausgesuchte Weizen- und Gerstenmalze, bester Hopfen sowie betriebseigene Hefe und das Wasser der vier brauereieigenen Tiefbrunnen geben den Hutthurmer Bieren ihren Charakter.

www.hutthurmer.de

 

Privat-Brauerei Gut Forsting eG (gegründet: 1916)

Im Jahr 1871 wurde der Grundstein für die Privat-Brauerei Gut Forsting gelegt. Nach einer zwischenzeitlichen Umbenennung in „Fürsten-Bräu“ wurde die Brauerei 1916 in ihrer heutigen Form als Genossenschaftsbrauerei gegründet. Schon in den ersten Jahren konnte sich die Braustätte einen guten Ruf erwerben. Mit dem Neubau 2003 stellte sich die Genossenschaft der Verantwortung, die lange Tradition und die überlieferten Werte der Brauerei zu pflegen und an kommende Generationen weiterzugeben.

www.brauerei-forsting.de

 

Guts- und Brauereigenossenschaft Taufkirchen/Vils (gegründet: 1917)

Die Geschichte der Guts- und Brauereigenossenschaft Taufkirchen/Vils geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. 1893 lässt der damalige Eigentümer Wilhelm von Ramberetz-Fast das alte Sudhaus abreißen und in Backstein-Bauweise ein imposantes neues Sudhaus errichten. 1917 wird der gesamte Besitz verkauft. Der damalige Schlossbraumeister Josef Mittermayer wollte verhindern, dass die Brauerei geschlossen wird, und gründete mit Gleichgesinnten am 24. Juli 1917 die Guts- und Brauereigenossenschaft Taufkirchen. 2006 wurde die neue Flaschen-Abfüllung samt neuer Lagerhalle errichtet und so die größte Investition in der Geschichte der Genossenschaft getätigt.

www.taufkirchner-brauerei.de

 

Genossenschaftsbrauerei Rötz (gegründet: 1922)

Wenn früher Viehmarkt in Rötz war, dann war auf dem Marktplatz kaum ein Durchkommen. Händler und Bauern kamen von weit her, immer in der Hoffnung, ein gutes Geschäft zu machen. Hinterher hatten alle Durst. Deshalb drängten sich die Wirtshäuser am Straßenrand ähnlich dicht wie die Tiere auf dem Marktplatz. Um den Bedarf an Bier zu decken, schlossen sich die Wirte zusammen und kauften 1812 das Rötzer Pflegeschloss, um dort eine gemeinsame Brauerei einzurichten. Der Viehmarkt ist Geschichte, doch die Brauerei ist geblieben. 1922 wurde sie als Genossenschaft eingetragen. Heute produziert sie 7.000 Hektoliter Bier, das offen in Edelstahlwannen vergärt wird. Dieses Verfahren wird nur noch selten angewandt.

www.facebook.com/Genossen/

 

Klosterbrauerei Reutberg eG (gegründet: 1924)

Der Erste Weltkrieg und die Inflation setzten der Klosterbrauerei Reutberg so stark zu, dass sie 1924 für acht Monate geschlossen bleiben musste. Da brachte Pfarrer Alois Daisenberger die Bauern der Umgebung auf den Gedanken, eine Genossenschaft zu gründen, damit sie nicht auf ihr gewohntes Bier verzichten mussten. 42 Genossen setzten den Plan am 23. Oktober 1924 in die Tat um. Heute findet die Genossenschaft überregional Beachtung, vor allem zum Josefifest der Brauerei, das gerne von politischer Prominenz besucht wird.

www.klosterbrauerei-reutberg.de

 

Brauhaus Höchstadt eG (gegründet: 1926)

Die Brauhaus Höchstadt eG aus Höchstadt an der Aisch wurde am 8. Dezember 1926 von sieben Gastwirten gegründet, da das städtische Kommunbrauhaus durch den ansteigenden Bedarf an Bier überlastet war und mehrere Privatbrauereien in Höchstadt ihren Betrieb eingestellt hatten. Mithilfe einer eigenen Brauerei wollten die Gastwirte vorrangig die Bierversorgung sicherstellen und damit nicht mehr vom vormals begrenzten Angebot abhängig sein. 1936 kaufte die Genossenschaft das Grundstück der ehemaligen Ziegelei Kohler an der Kellerstraße 7 und baute dort bis 1939 eine eigene, größere Brauerei auf. 1996 wurde der Bau eines neuen Gebäudes direkt an der Kellerstraße für Verwaltung, Verkauf und Getränkelagerung abgeschlossen. 2012 wurde das neue Sudhaus eingeweiht.

www.brauhaus-hoechstadt.de

 

Kulmbacher Kommunbräu eG – Reale Bierwirtschaft (gegründet: 1992)

In der Bierstadt Kulmbach eine neue Brauerei zu bauen, war auf den ersten Blick ein ähnlich sinnvolles Unterfangen, wie Wasser in den Main zu schütten. Eine Gruppe Kulmbacher Bürger sah dies anders und beschloss, ein Wirtshaus mit Kleinbrauerei zu errichten und dort ein unfiltriertes Handwerksbier zu brauen. Mit viel Idealismus machten sie sich ans Werk und gründeten 1992 die Kulmbacher Kommunbräu eG – Reale Bierwirtschaft. 1994 wurde das erste eigene Bier gebraut. Heute ist die Kommunbräu ein Fixpunkt vieler Bierliebhaber, die das Helle sowie das Bernstein-Bier oder das monatliche Spezialbier genießen wollen.

www.kommunbraeu.de

 

Brauerei Weller Erlangen eG (gegründet: 2013)

2013 gründeten 29 Mitglieder die Brauerei Weller Erlangen eG, um in Erlangen ein Brauhaus zu errichten. Das hat in Franken Tradition. Braumeister Martin Nagel und seine Mitstreiter wollen diese Tradition erhalten und den Menschen nahebringen. Die Gasthausbrauerei wird in der Erlanger Thalermühle eingerichtet. Aktuell wird das Gebäude umfassend saniert. Das Wirtshaus soll zum Zentrum der Kommunikation und der gepflegten Gastlichkeit werden.

www.brauerei-weller.de

 

Lang Bräu Freyung eG (gegründet: 2014)

1813 erhielt Johann Reichenberger als Braumeister des Marktbräuhauses eine „Brau Concession“ für sein eigenes Haus – der Ursprung der späteren Lang Bräu Freyung. Doch nach 200 Jahren Betrieb wusste im Herbst 2013 niemand mehr, wie es mit der Brauerei weitergehen sollte. Ein Investitionsstau und die Konkurrenz billiger Discounter-Biere machten ihr zu schaffen. Also nahm Bürgermeister Olaf Heinrich das Heft in die Hand und bat die Bürger um Hilfe. Diese erhörten seinen Ruf. Seit 2014 wird die Lang Bräu von rund 200 Genossenschaftsmitgliedern getragen. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Brauerei wieder auf wirtschaftlich soliden Füßen steht.

www.lang-braeu-freyung.de

 

Brauereigenossenschaft Oberhaching (gegründet: 2016)

Nach Gründung der Brauereigenossenschaft im Frühjahr 2016 wurde eine so genannte Brau-Eule angeschafft, die es ermöglicht, Rezepte in kleinen Mengen von 30 Litern auszuprobieren. So entstanden bereits ein Weißbier, ein Kellerbier und ein Starkbier. Die Gründer legen großen Wert auf handwerklich hergestelltes Bier mit Wasser und Malz aus der Region und Hopfen aus Bayern.

https://brauerei-oberhaching.de

 

Brauereigenossenschaft Ismaning (gegründet: 2017)

Ismaning braucht sein eigenes Bier! Die Idee begeisterte Apotheker, Banker, Gastwirte, Grafiker, Juristen, Kulturwissenschaftler, Landwirte, Vertriebler und natürlich Brauer. Sie brachten ihr Wissen und ihre Erfahrung ein und gründeten im März 2017 die Brauereigenossenschaft Ismaning. Das Ismaninger Helle gibt es schon eine Weile, mittlerweile ist auch das Ismaninger Weißbier dazugekommen.

www.ismaninger.de

 

Remonte-Bräu Schleißheim (gegründet: 2018)

23 Bürger haben im Mai 2018 die Brauereigenossenschaft „Remonte-Bräu Schleißheim“ gegründet. Die Genossen knüpfen an eine jahrhundertealte Brautradition an. Ziel ist es, ein Bier von Schleißheimern für Schleißheimer zu machen, das sich am historischen Vorbild orientiert: Früher wurde in Schleißheim das sogenannte Braunbier hergestellt, ein unfiltriertes Kellerbier.

 

StreuBräu eG (gegründet: 2018)

Die StreuBräu eG mit Sitz in Altenfurt im Südosten von Nürnberg hat ihren Ursprung in der Hausbrauerei von Hans Reißner. Da die Nachfrage nach seinen selbst erzeugten Biersorten im Freundes- und Bekanntenkreis schnell wuchs, stellte er sein Hobby auf eine professionelle Basis. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern gründete er im April 2018 die StreuBräu eG. Zur Gründungsveranstaltung kamen an die 200 Menschen, 100 wurden sofort Mitglied. Der Name leitet sich von der Straße „Streubuck“ ab. Dort steht das Haus, in dem die ersten Brauversuche unternommen wurden

www.streubraeu.de

 

Genossenschaftsbräu Regensburg (gegründet: 2018)

In Holztraubach, einem Ort mit 160 Einwohnern zwischen Regensburg und Landshut, wird am Gerstensaft der Genossenschaftsbräu Regensburg eG experimentiert. Was zunächst als Freizeitspaß der neun Initiatoren begann, wurde zu einem ambitionierten Projekt: ein eigenes Bier herzustellen und zu vermarkten. Langfristig möchten die mittlerweile über 60 Mitglieder neben einer eigenen Brauerei eine Gaststätte in Regensburg betreiben und dort ihr Bier ausschenken.

Sie spielen mit dem Gedanken eine Genossenschaft zu gründen? Das Gründungsteam des GVB sowie die Ansprechpartner in den Regionen helfen gerne und beantworten Ihre Fragen.


Ausgewählte Biere der bayerischen Brauereigenossenschaften