Genossenschaftsgründung

Fünf Schritte zur eG

Wie eine Genossenschaft entsteht


Die Genossenschaft ist eine flexible Unternehmensform. Sie lässt sich mit wenig Aufwand gründen und ihrem Geschäftszweck entsprechend gestalten. Um eine Genossenschaft zu gründen, werden nur drei Personen benötigt. Es kann sich dabei sowohl um Einzelpersonen, Personengesellschaften als auch um juristische Personen handeln.

1. Geschäftsplanung: Ein detaillierter Geschäftsplan schafft Vertrauen


Ein wesentlicher Schritt in Richtung Unternehmensgründung ist die Erstellung eines Geschäftsplans. Der Geschäftsplan beschreibt detailliert die Geschäftsidee. Er verdeutlicht, welche Ziele die Genossenschaft verfolgt und welche Vorteile daraus für die Mitglieder entstehen. Zudem erläutert der Plan, wie der Geschäftsbetrieb organisiert ist. Anhand der Unternehmensziele skizziert der Geschäftsplan auch die Entwicklung der Genossenschaft.

Dazu gehören unter anderem eine Prognose zur Umsatz- und Ertragsentwicklung, eine Einschätzung zum Personalbedarf sowie ein Investitionsplan und eine Bilanzvorschau für die ersten drei Jahre. Die Devise lautet: Liquidität geht vor Rentabilität. Auch die Festlegung einer Marketingstrategie sowie die Abschätzung der Risiken und die Entwicklung von risikomindernden Maßnahmen gehören zu einem Geschäftsplan.

Wenn es um die Finanzierung geht, sollte besonders sorgfältig und ehrlich geplant werden. Denn eine mangelhafte beziehungsweise unrealistische Finanzplanung ist die Hauptursache für fehlgeschlagene Unternehmensgründungen. Umfangreiche Informationen und Hilfestellung zur Erstellung eines Geschäftsplans stellt der GVB zur Verfügung.

Tipp: Den Geschäftsplan auch nach der Gründung nutzen

Nach der Gründung verschwindet der Geschäftsplan nicht etwa in der Schublade. Vielmehr dient er in den ersten Jahren dazu, die Unternehmensentwicklung zu kontrollieren, sowie als Messgröße für die Zielerreichung und um die Gremien zu informieren. Er kann weiterhin dazu
genutzt werden, Finanzierungspartner, Kapitalgeber und potenzielle Mitglieder zu überzeugen.

2. Satzung: Eine eigene Verfassung gestalten


Die Satzung ist die innere Verfassung der Genossenschaft. Dem jeweiligen Geschäftsziel entsprechend lässt sich dieses schriftlich auszufertigende Regelwerk individuell ausgestalten. Es gibt Inhalte, die dem Genossenschaftsgesetz nach zwingend in der Satzung festzulegen sind. Obligatorisch sind etwa Angaben zu Firma und Sitz sowie dem Gegenstand der Genossenschaft. Außerdem müssen in der Satzung weitere Punkte wie Formvorschriften für die Generalversammlung und für die Bekanntmachungen der Genossenschaft bestimmt werden. Hinsichtlich der Haftung ist in der Satzung für den Fall einer Insolvenz die Nachschusspflicht festzulegen.

Zu regeln sind in der Satzung zudem der Betrag des Geschäftsanteils, der für alle Mitglieder gültig ist, sowie die Einzahlungspflichten für die Mitglieder. Bestimmungen über die Bildung einer gesetzlichen Rücklage, die zur Deckung von Bilanzverlusten zu dienen hat, sind ebenfalls vorgeschrieben. Neben diesen gesetzlich festgelegten Satzungsinhalten besteht die Möglichkeit, weitere Punkte zur Regelung des Geschäftsbetriebs aufzunehmen und individuell festzulegen. Je detaillierter die Satzung ist, desto klarer sind die Bedingungen der Zusammenarbeit für jeden Einzelnen festgelegt.

3. Gründungsversammlung: Die formale Gründung der Genossenschaft


Der erste historische Moment in der Geschichte einer neuen Genossenschaft ist die Gründungsversammlung. Im Rahmen dieser konstituierenden Sitzung beschließen alle Mitglieder formal die Gründung und unterzeichnen die Satzung. Sie wählen aus ihrer Mitte die Gremien Vorstand und (gegebenenfalls) Aufsichtsrat.

4. Gründungsprüfung: Gutachterliche Stellungnahme zu Chancen und Risiken


Jede Genossenschaft wird Mitglied in einem genossenschaftlichen Prüfungsverband. Dieser muss eine gutachterliche Stellungnahme abgeben, bevor eine neue Genossenschaft in das Genossenschaftsregister eingetragen werden kann. Dem Genossenschaftsgesetz zufolge ist dabei zu prüfen, „ob nach den persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnissen, vor allem der Vermögenslage der Genossenschaft, eine Gefährdung der Belange der Mitglieder oder der Gläubiger der Genossenschaft zu besorgen ist.“ Das klingt kompliziert, ist es aber nicht. Vereinfacht gesagt, heißt das: Der Prüfungsverband beurteilt die wirtschaftlichen Verhältnisse, Aussichten und Risiken der Genossenschaft.

5. Registergericht: Zu guter Letzt wird’s amtlich


Ein positives Ergebnis der Gründungsprüfung vorausgesetzt, folgt der letzte Abschnitt der Gründungsphase: Die Genossenschaft in Gründung erhält vom Genossenschaftsverband Bayern e. V. die für das Registergericht notwendigen Unterlagen. Die Unterlagen werden über einen Notar beim Registergericht eingereicht. Ist die Eintragung beim Registergericht erfolgt, kann das Unternehmen seinen Geschäftsbetrieb aufnehmen.

Kontakt zum Registergericht nach der Gründung

Mit dem Registergericht kommt eine Genossenschaft im Laufe ihrer Geschichte häufiger in Kontakt. So muss das Gericht beispielsweise über Satzungsänderungen oder personelle Veränderungen im Vorstand in Kenntnis gesetzt werden.