Georg Haber von der HWK Niederbayern-Oberpfalz

Bewährte Strukturen der Mittelstandsfinanzierung erhalten

13.07.2015

Das Handwerk spricht sich dafür aus, die Bedürfnisse des Mittelstands bei der Bankenregulierung stärker zu berücksichtigen und bewährte Finanzierungsstrukturen zu erhalten. Andernfalls sei mit Einschränkungen bei der Kreditversorgung zu rechnen, wie Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, in einem Gastbeitrag für „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ schreibt.

Handwerksbetrieb aus dem Metallbau
Für Handwerksbetriebe ist der Bankkredit nach wie vor die bevorzugte Finanzierungsform.

Die Regularien für Kreditinstitute würden immer stärker verschärft. Damit werde es für Kreditinstitute immer schwieriger, Mittelstandsfinanzierung zu betreiben, so Haber. Er verweist in seinem Text unter anderem auf die derzeit laufende Überarbeitung des sogenannten Kreditrisiko-Standardansatzes und die mögliche Abschaffung des Korrekturfaktors für Mittelstandskredite. Beide Maßnahmen hätten erhöhte Eigenkapitalanforderungen zur Folge und würden damit den Spielraum zur Kreditvergabe weiter reduzieren.

Kritisch sieht Haber zudem die geplante EU-Kapitalmarktunion. Sie ziele darauf ab, Finanzierungsmodelle zu fördern, die für den Mittelstand „schlicht und ergreifend nicht passend sind“. Eine Abkehr vom klassischen Bankkredit hin zu Anleiheemissionen könne kein Weg für die mittelständisch geprägte Wirtschaft in Deutschland sein, urteilt Haber.

Stattdessen weist der HWK-Präsident auf die funktionierenden Strukturen der Mittelstandsfinanzierung hierzulande hin: „Kleine und mittelgroße Betriebe haben in der Regel kleine und mittelgroße Kreditinstitute zum Partner. Diese Partnerschaft basiert auf Vertrauen“, so Haber. Er spricht sich dafür aus, Wege zu finden, die „bewährte und vor allem krisenerprobte Finanzierungssysteme“ fördern und erhalten.


Der Gastbeitrag von Georg Haber ist in der Juli-Ausgabe von „Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt“ erschienen.