Gros: Berlin zieht neue Kredithürden für Immobilienkäufer hoch

21.12.2016


München, 21. Dezember 2016
– Immobilienkäufer in Deutschland müssen sich auf neue Hürden bei der Kreditaufnahme gefasst machen. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, den das Bundeskabinett heute auf den Weg gebracht hat. Der Entwurf sieht zwar vor, die umstrittenen Kreditvergaberegeln im Zusammenhang mit der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie zu entschärfen. Zugleich werden aber der Bankenaufsicht BaFin für den Fall einer möglichen Überhitzung des Immobilienmarkts weitgehende Eingriffsrechte eingeräumt, die die Kreditvergabe empfindlich einschränken könnten. So soll die BaFin etwa eine Obergrenze für das Verhältnis zwischen Darlehenshöhe und Immobilienwert vorschreiben dürfen. Auch kann sie festsetzen, welchen Anteil ihres Einkommens Bürger höchstens für den Immobilienkauf aufwenden dürfen.

Dazu Jürgen Gros, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB): „Die Bundesregierung baut zwar an einer Stelle Kredithürden ab, zieht aber an anderer Stelle neue hoch. Wer soll das verstehen? Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken begrüßen es, dass die missglückte Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie endlich nachgebessert wird. Berlin vermindert zu Recht unnötige Restriktionen. Das erleichtert es Verbrauchergruppen wie jungen Familien und älteren Menschen zur Vermögensbildung und Alterssicherung auf Immobilien zu setzen. Die geplanten Eingriffsrechte für die BaFin muss der Gesetzgeber hingegen grundsätzlich hinterfragen. Der deutsche Immobilienmarkt ist nach wie vor von Stabilität und konservativer Kreditvergabe geprägt. Die möglichen Markteingriffe drohen die niedrige Wohneigentumsquote in Deutschland zu zementieren.“