Gros: Zeitdruck bei Umsetzung von Finanzmarktrichtlinie MiFID II vermeiden

07.04.2016

München, 7. April 2016 – Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) begrüßt einen Vorstoß im Europäischen Parlament, die Frist für die nationale Umsetzung der neu gefassten Finanzmarktrichtlinie MiFID II deutlich zu verlängern. „Es macht keinen Sinn, am ursprünglichen Ablaufplan festzuhalten“, stellt GVB-Vorstand Jürgen Gros im Namen der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken fest. Da die EU-Kommission das Inkrafttreten der Richtlinie um ein Jahr auf Anfang 2018 verschieben will, spreche alles dafür, auch den Zeitplan für die Übertragung der Regeln in den einzelnen EU-Mitgliedsländern entsprechend anzupassen.

Der GVB unterstützt deshalb den heute vom Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments beschlossenen Bericht des bayerischen Abgeordneten Markus Ferber. Der Parlamentarier setzt sich dafür ein, den nationalen Parlamenten bis zum 3. Juli 2017 Zeit zu geben, um die erforderlichen Umsetzungsgesetze für MiFID II auf den Weg zu bringen. Das wären zwölf Monate mehr als ursprünglich vorgesehen.

„Markus Ferber liegt mit seiner Forderung richtig. Wir sind gut beraten, bei MiFID II den Druck rauszunehmen“, so Gros. Eine Verschiebung helfe, eine durchdachte und sorgfältige Umsetzung der Richtlinie in den EU-Ländern sicherzustellen. Außerdem könnten dann auch die sogenannten Durchführungsbestimmungen berücksichtigt werden, die immer noch nicht vorliegen. Gros: „Wenn MiFID II schon später kommt, sollten die Gesetzgeber den Zeitgewinn nutzen, um die Vorschriften sauber in nationale Regeln zu übertragen.“